19.12.2018 06:00 |

Unterwasser-Action

„Aquaman“: Dieser Held ist nicht für die Fische!

Macht Platz, Batman und Superman: Unter dem Meer, da kommt der „Aquaman“ her! Der Mann aus Atlantis, großartig verkörpert von Jason Momoa, muss ab 20. Dezember in seinem ersten Solo-Abenteuer im DC-Universum die Welt vor seinem fiesen Bruder Orm, dem König von Atlantis, retten. In den Weg stellen sich dem halb menschlichen Arthur Curry dabei ein rachsüchtiger Pirat mit Hightechausrüstung, atlantische Krieger und eine ganze Riege an Meeresungeheuern. Ein optisch atemberaubendes und abwechslungsreiches Abenteuer, das sich selbst und seinen nassen Helden zum Glück nicht allzu ernst nimmt. Trotz Schwächen definitiv die Top-Kinoempfehlung für die Weihnachtsferien!

Warner Bros. hat nach dem Ende der „Dark Knight“-Trilogie von Christopher Nolan mit seinem neu gestarteten DC-Universum - anders als die direkte Konkurrenz bei Disney/Marvel - nicht allzu oft ein glückliches Händchen bei der Adaption seiner Superhelden für die große Leinwand bewiesen.

Nach der - noch einigermaßen erfolgreichen - Einführung eines neuen Superman in „Man of Steel“, der daraufhin von vielen Fans belächelten (Stichwort Martha) Prügelei zwischen Batman und Superman in „Batman v Superman“, der vielversprechenden, aber letztlich doch enttäuschenden „Suicide Squad“ und der von Produktionsproblemen überschatteten und finanziell hinter den Erwartungen gebliebenen „Justice League“ konnte Warner Bros. in den vergangenen Jahren eigentlich nur „Wonder Woman“ als waschechten - und weltweiten - Blockbuster-Erfolg in Sachen Comic-Verfilmungen verbuchen.

Schwierige Suche nach nächstem Blockbuster-Superhelden
Weil ein neuer „Batman“ - auch angesichts der ungewissen Zukunft von Ben Affleck in der Rolle des Dunklen Ritters - wohl noch mindestens zwei Jahre auf sich warten lässt, eine Fortsetzung von „Superman“ mit Henry Cavill („Mission Impossible: Fallout“) weiter in den Sternen steht und ein schon in Produktion befindlicher „Flash“ wieder an den Start zurückmusste, gestaltete sich die Suche nach dem nächsten Helden, der die Kinokassen zum Klingeln bringen kann, bei DC schwierig.

Die Erwartungen an den nächsten DC-Superhelden, der jetzt für Warner Bros. in den Blockbuster-Ring steigt, sind dementsprechend groß: Dass die Wahl nun ausgerechnet auf Aquaman fiel, war jedenfalls für viele eine Überraschung. Handelt es sich bei dem Halbmenschen doch um einen Helden, der bislang eher als Witzfigur, etwa in „The Big Bang Theory“, für Lacher sorgen durfte; und dem man auch noch nie einen eigenen Film zugetraut hat - wohl auch wegen der Special-Effekte-Herausforderung, realistische und zugleich spektakuläre Unterwasser-Action zeigen zu können.

Hawaiianer Jason Momoa ist die Idealbesetzung
Umso erfreulicher das nun vorliegende Endergebnis: Warner Bros. und Regisseur James Wan („Insidious“, „Conjuring“, „Fast & Furious 7“) schenken uns mit „Aquaman“ ein actiongeladenes Abenteuer in der optisch atemberaubenden Unterwasserwelt der sieben Meere. Noch wichtiger: Mit Jason Momoa haben die Filmemacher die ideale Besetzung für den halb menschlichen Atlanter Arthur Curry gefunden. Der Mime hat nicht nur den passenden muskelbepackten Körper für die Rolle, der unbekümmerte Charme des Hawaiianers, der stets ein verschmitztes Lächeln im Gesicht hat, verleiht dem Film auch sein pulsierendes Herz.

Weitere Hauptrollen übernehmen Amber Heard („Justice League“, „Magic Mike XXL“) als rothaarige Kriegerin Mera, die Aquaman auf seinen Abenteuern zur Seite steht, Willem Dafoe („Platoon“, „Spider-Man 2“) als Vulko, Mitglied des Atlantischen Thronrats, Patrick Wilson (die „Conjuring“-Filme, „Watchmen - Die Wächter“) als Atlantischer König Orm/Ocean Master, Dolph Lundgren (die „The Expendables“-Filme) als Nereus, König des Atlantischen Xebel-Stamms, Yahya Abdul-Mateen II (Netflix-Serie „The Get Down“) als rachsüchtiger Black Manta und Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman („The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit“, „Lion: Der lange Weg nach Hause“) als Arthurs Mutter Atlanna.

Richtige Balance zwischen Kitsch und Komik
Neben den eindrucksvollen Unterwasser-Szenen, die den Zuschauer mit auf eine Reise in eine faszinierende und zugleich lebensbedrohliche Welt nehmen, gelingt es Regisseur Wan, die richtige Balance zwischen Kitsch und Komik zu halten. So wird im Kern die nicht besonders innovative, bereits aus unzähligen Genrefilmen bekannte Entstehungsgeschichte des Helden, inklusive rührseliger Familienszenen und der dank Harry Potter und Co. ausgeleierten Halbblut-Thematik, erzählt.

Doch die sympathische Strahlkraft von Hauptdarsteller Mamoa und den toll besetzten Nebenfiguren sowie eine Vielzahl an technisch einwandfrei inszenierten und choreografierten Kampfszenen zu Land und zu Wasser verwandeln „Aquaman“ in einen äußerst unterhaltsamen Film, an dem trotz einiger Schwächen nicht nur Superhelden-Fans ihre Freude haben werden.

Besonders erfrischend: In „Aquaman“ wird ausnahmsweise nicht New York oder eine andere US-Großstadt von der ewig gleichen Zerstörungswut des Oberfieslings bedroht. Zum Auftakt entfesselt der ökologisch argumentierende Orm stattdessen einen Tsunami und wirft den Menschen ihren ganzen Plastikmüll auf die Strände zurück. Der Held muss dann in bester James-Bond-Manier traumhafte Locations rund um die halbe Welt bereisen, um seine Mission zu erfüllen: Herausfinden, ob ihm die von Geburt an zustehende Königswürde überhaupt zusteht - und wie er seinen arroganten Bruder am besten eine ordentliche Tracht Prügel verpassen kann.

Ein würdiges Solo-Abenteuer, das sich nicht zu ernst nimmt
Fazit: „Aquaman“ ist immer noch ein Witz, aber ein wirklich guter Witz. Ein Film in berauschenden Farben und Bildern - hervorzuheben ist etwa die beeindruckende Tricktechnik-Verjüngung von Nicole Kidman und Willem Dafoe -, der sich nicht eine Sekunde lang für seine Schwächen schämt und sich selbst nie zu ernst nimmt. Arthur Curry hat sich mit seinem allerersten Kinoabenteuer definitiv für würdig erwiesen und schafft den Aufstieg von „niemandes Lieblingshelden“ zum neuen Superhelden-Darling. Wer diesen Film ein feuchtes Fiasko nennt, der hat eindeutig das Gespür für einen wahren Kassenschlager verloren;-)

Kinostart von „Aquaman“: 20. Dezember

Harald Dragan
Harald Dragan
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