Weil er im berüchtigten „Darknet“ insgesamt Hundert gefälschte 50-Euro-Scheine bestellte und diese zum Teil auch in Umlauf brachte, saß am Dienstag ein Osttiroler (25) in Innsbruck vor Gericht. Erst auf Nachdruck seines Anwalts rang er sich zu einem Geständnis durch und schrammte nur knapp an einer unbedingten Haft vorbei.
.„Mein Mandant ist ein Opfer seiner Persönlichkeit. Bei ihm ist alles mehr Schein als Sein“, nahm sich der Verteidiger des 25-Jährigen im Schlussplädoyer kein Blatt vor dem Mund. Kurz zuvor wurde der Anwalt am Innsbrucker Landesgericht richtig laut, als der Angeklagte, der sich trotz Arbeitslosigkeit immer noch als Manager ausgab, dem Schöffensenat rund um Richterin Verena Offer scheinbar nur die halbe Wahrheit erzählte. „Lassen Sie endlich die Hosen hinunter, sonst wandern Sie schnurstracks in den Häf’n“, brüllte der Rechtsvertreter.
TV-Reportage machte Angeklagten neugierig
Doch auch nach den mahnenden Worten fiel es dem Osttiroler sichtlich schwer, ein volles Geständnis abzulegen. „Ich habe im Fernsehen eine Reportage über das Darknet gesehen und bin neugierig geworden“, erzählte der Angeklagte. Plötzlich waren es doch nicht nur 20 Fünfziger, sondern Hundert, die er für zehn Euro das Stück gekauft hat. „Einige Blüten habe ich für ein Live-Video auf Facebook verbrannt. Und ja, ich habe damit auch Taxirechnungen bezahlt“, kämpfte der 25-Jährige, der sich auch wegen Bestellbetrügereien im Internet verantworten musste, mit den Tränen. Der Schöffensenat ließ noch einmal Milde walten und verhängte nach einer Verurteilung in Deutschland 15 Monate bedingte Haft und 1200 Euro als Zusatzstrafe. Außerdem wird dem jungen Mann ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Der Osttiroler nahm das Urteil umgehend an.
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