Mo, 21. Jänner 2019

Therapie angeordnet:

28.09.2018 05:29

30 Monate für drei Überfälle

Mit einer täuschend echt aussehenden Airsoft-Pistole hatte - wie berichtet - ein Niederösterreicher zweimal das gleiche Wettlokal in Eisenstadt sowie eines in Fürstenfeld (Stmk.) überfallen. Kurz darauf wurde der heute 21-Jährige gefasst. Vor Gericht in Eisenstadt erklärte der Räuber, er sei spielsüchtig und habe hohe Schulden.

Die  Angestellten zitterten vor Angst, als der damals 20-Jährige im Frühjahr - um zu verschleiern, dass er Österreicher ist - mit den Worten „Money, money ...“ das Geld forderte und dann floh.   Zweimal traf es das Admiral-Wettcafé in Eisenstadt, einmal eines in der Steiermark. Seine Beute: knapp 4000 €.  Kurz darauf klickten die Handschellen.

Vor Gericht in Eisenstadt gab der heute 21-Jährige alles zu: „Mir ist klar, dass ich großen Mist gebaut habe.“ Und dann folgte eine Art Lebensbeichte: „Meine Eltern haben sich wegen der Spielsucht meines Vaters früh getrennt.“ Trotzdem schaffte es der Beschuldigte, die HTL abzuschließen, hatte einen festen Job und eine Freundin. Doch als ihn die Frau verließ, fiel der Techniker in ein tiefes Loch: „Ich wurde depressiv, war sogar auf der Psychiatrie im Krankenhaus. Aber statt Therapie gab’s dort nur Pillen, und wir sind den ganzen Tag beschäftigungslos  herumgesessen.“ Nach seiner Entlassung verfiel der Niederösterreicher der Spielsucht, borgte sich Tausende Euro von Banken aus. Sogar die eigene Mutter nahm Kredite auf. Und in seiner Funktion als Obmann eines gemeinnützigen Vereins zweigte der Angeklagte ebenfalls mehrere tausend Euro ab.

„Irgendwann  sah ich keinen anderen Ausweg mehr als die Überfälle“,  so der Angeklagte: „Ich brauche Hilfe.“ Und die wird er bekommen. Denn beim - nicht rechtskräftigen - Urteil ließ das Gericht Milde walten:  Der Angeklagte muss von 30 Monaten nur fünf absitzen -  dafür  aber eine Psychotherapie absolvieren.

Kronen Zeitung

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