Sa, 20. Oktober 2018

Krieg im Netz

22.09.2018 09:29

Großbritannien rüstet mit Cyber-Truppe digital auf

Nach den USA will nun offenbar auch die britische Regierung im Cyberspace aufrüsten und eine neue Internet-Truppe gegen feindliche Staaten, Terroristen und kriminelle Gruppen einsetzen. Die Einheit soll dem Verteidigungsministerium und dem Nachrichtendienst unterstehen und mindestens 250 Millionen Pfund (280 Millionen Euro) kosten.

Dafür würden rund 2000 Experten aus dem militärischen Bereich, Sicherheitsdiensten und der Industrie rekrutiert, berichtete die „Times“ am Freitag. Begründet wird die Schaffung der neuen britischen Cybertruppe demnach mit einer wachsenden Bedrohung durch Russland. Zudem habe Großbritannien in der Vergangenheit erfolgreiche Cyber-Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak geführt.

Experten hätten zum Beispiel Schadsoftware eingesetzt, um den Terroristen Zugang zu Daten zu versperren. Außerdem seien Falschnachrichten verbreitet worden, um die Extremisten zu verwirren. Auch Geldtransfers seien behindert worden. Die neue Einheit soll nach Informationen der Zeitung ebenso im Kampf gegen andere kriminelle Gruppen wie Menschenhändler und Pädophilenringe zum Einsatz kommen.

USA wollen offensiver agieren
Erst am Donnerstag hatte der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, eine neue Cyber-Strategie angekündigt, die einen größeren Fokus auf eigene Offensiven gegen Angreifer von außen legt. Die USA würden künftig nicht mehr überwiegend defensiv auf Cyberattacken reagieren, sondern aggressiver auftreten und auch Vergeltungsschläge gegen Cyber-Angreifer starten, hieß es.

„Wir Amerikaner und unsere Verbündeten werden jeden Tag angegriffen im Cyberspace.“ Angreifer versuchten, mithilfe von Cyber-Werkzeugen Daten und Know-how zu stehlen, die Infrastruktur zu beschädigen und die Demokratie zu unterlaufen. Diese Angreifer sollten wissen, dass Amerika nicht nur defensiv, sondern auch offensiv darauf reagiere, betonte er.

Warnung vor digitaler Aufrüstung
Sicherheitsexperten wie Constanze Kurz und Frank Rieger vom deutschen Chaos Computer Club warnen indes vor einer digitalen Aufrüstung. Die Kriegsführung im digitalen Raum sei deutlich unübersichtlicher als bisherige Formen der kriegerischen Auseinandersetzung. Unklar bleibe oft, wer tatsächlich der Urheber und wer das eigentliche Ziel eines Cyberangriffs sei. Durch Sicherheitslücken, die von den Cybertruppen ausgenutzt werden, seien auch Bürger und Unternehmen gefährdet.

 krone.at
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