Sa, 15. Dezember 2018

Entdeckungsreise

23.09.2018 08:00

Gipfelglück in der Silberregion Karwendel

Die Silberregion Karwendel glänzt mit gewaltigen Berggipfeln und Bodenschätzen in unberührter Landschaft.

Silbern gleißen die mächtigen Zacken des Karwendelgebirges in der Herbstsonne. Hier zeigt die Natur, was sie hat. Ihre Schätze: Edelsteine, Gold, Silber und Kupfer. Schon im Mittelalter entstand daher hier in der Schwaz das größte Silberbergwerk der Welt. Die Mine machte die Stadt um 1550 zur reichsten Metropole Europas. Einer Legende nach ist der Bergbau einem Stier zu verdanken, der mit seinen Hörnern den Boden aufriss. Er offenbarte einer Magd das gesuchte Silber und machte somit Schwaz zur Mutter aller Bergwerke.

Doch es war nicht immer alles „Silber“, was glänzte: Die einflussreiche Kaufmannsfamilie Fugger hatte das Monopol auf das Silber der Region, sie bestach die Kurfürsten und machte damit Karl von Habsburg zum Kaiser. Die Überreste des Bergwerks kann man heute noch begehen: Mit der Grubenbahn geht es 800 Meter unter Tage in eine längst vergangene Zeit, als die Erde noch eine Scheibe war. Übrigens: Der Sigmund-Erbstollen ist bis heute der tiefstliegende zum Tag führende Stollen.

„Zu welchem Vogel gehört diese Feder?“, fragt Alex seine neugierigen Naturdetektive. Die Kids brüllen ihm sämtliche Vogelarten entgegen, bis sie letztlich den Turmfalken erraten. Raus aus der Komfortzone, rein in die Wildnis, lautet die Devise des Waldpädagogen: “Die Kinder haben den Bezug zur Natur verloren. Die meisten wachsen ohne Berührungen mit ihrer Umwelt auf. Sie wissen nicht, welche Pflanzen giftig, welche gesund sind“, erklärt er uns und zieht ein Säckchen mit Edelsteinen aus seinem Rucksack, um die Kinder erneut raten zu lassen.

Unserem Nachwuchs echte Abenteuer bieten, ihm Kenntnisse über Heilkräuter, Wald und Wiesen beibringen - ganz ohne Alltagsstress und soziale Medien die Tier- und Pflanzenwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen - das möchte der Natur-Experte seinen Urlaubern bieten. Und das tut er mit viel Leidenschaft, kennt er doch die Region wie seine Westentasche. Auf seinen beliebten Touren zeigt er Kindern zwischen vier und zwölf Jahren und deren Eltern besondere Orte wie die “Bärenrast“ oder die “Wolfsklamm“ mit ihren 350 Stufen, die als schönste Klamm der Alpen gilt.

Abseits des Familienprogrammes hält die Silberregion noch viele weitere Berg-Erlebnisse bereit: Der Pillberg ist der perfekte Ausgangspunkt für Wandertouren, beeindruckende Ausblicke und kulinarische Entdeckungen. Direkt in Hochpillberg liegt die Kellerjochbahn. Von hier aus geht’s mit dem Sessellift oder zu Fuß den Aussichtsberg Hecher hinauf. Die Belohnung wartet oben: der Blick übers Inntal auf 1887 Meter Höhe. Wer nach einer langen Wanderung ein gutes Schnitzerl schätzt, sollte im Alpengasthof Loas einkehren.

Der Alpenpark Karwendel ist mit über 700 Quadratkilometer und elf Schutzgebieten der größter Naturpark Österreichs. Das gesamte Karwendelmassiv erstreckt sich von Innsbruck bis zum Achensee. Das Naturschutzgebiet Karwendel mit seinen wunderschönen Klammen und zahlreichen Wasserfällen feiert heuer sein 90-Jahre-Jubiläum.

Zum schönsten Ort Tirols wurde der Große Ahornboden ernannt. Zu Recht, denn hier ist Idylle pur: Im Rißtal bilden mehr als 2000 Berg-Ahornbäume einen verträumten Wald. Bis zu 600 Jahre alte Baumriesen säumen die mächtige Allee. Eine botanische Seltenheit auf 1200 Meter Seehöhe und einer Fläche von 240 Hektar! Wie dieses einzigartige Naturspektakel entstanden ist, bleibt ein Geheimnis. Vor allem im Herbst zeigt sich der Wald in seinem schönsten Farbenkleid: Dann verwandeln sich die Bäume in eine Tiroler Version des “Indian Summer".

Wenn der Herbst da ist, werden auch die Kühe von der Alm geholt. Die Rückkehr der Tiere feiert man in der Silberregion noch sehr traditionell. Ihre Glocken schallen laut, wenn Bauer Hansjörg Reiter von der Eng Alm seine 60 Kühe ins Tal bringt. Die Leitkuh gibt den Weg vor - und der hat es in sich: Zuerst geht es 800 Meter hinauf übers Lamsenjoch auf 1900 m. Dann wieder steil bergab nach Schwaz - insgesamt 25 Kilometer! Daher beginnt der Tag für Bauer und Vieh schon um 4 Uhr Früh. In der schönen Altstadt werden die Kühe mit Latschenzweigen, bunten Bändern und Alpenblumen aufgekranzt und von den Einheimischen, selbst aufgebrezelt in ihren schönsten Dirndln und zünftigsten Lederhosen, begrüßt. Dabei kommt Deftiges auf den Tisch: bäuerliche Schmankerln, Almkäse, Zillertaler Krapfen oder Kiachln.

Wenn die Sonne langsam hinter den Bergen verschwindet und der Abend anbricht, lohnt sich noch ein letzter Aufstieg: zur Burg Freundsberg. Sie ist das Wahrzeichen von Schwaz und wacht auf einem Hügel über die Silberstadt. Das Gschlössl, wie die Burg liebevoll genannt wird, beherbergt ein Gasthaus und das Heimatmuseum. Wo einst der Adel residierte, führt heute ein Burgfräulein das Regiment. Andrea Schreiber empfängt ihre Gäste mit Charme und Herz.

Oben angekommen, lodert ein kleines Lagerfeuer, an dem uns Märchen und alte Sagen erzählt werden. Beim Abstieg zurück leuchten uns der Mond und unsere Fackeln den Weg nach Hause

Sonja Jakubowics, Kronen Zeitung

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