Mo, 19. November 2018

HPV-Infektion

13.08.2018 06:00

Richtige Vorsorge kann Leben retten

Humanen Papilloma Viren befallen Haut sowie Schleimhäute und können zur Entwicklung bösartiger Tumore führen. Impfung, PAP-Test aber auch der HPV-Test sind wichtige Pfeiler der Prävention.  

Eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) ist fast so häufig wie jene mit Schnupfenerregern. Rund 80 Prozent der Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an, meist ohne dass sie überhaupt davon wissen. Die häufigste Art der Übertragung ist der Geschlechtsverkehr.

Folgen der Infektion
Anfangs machen sich kaum Symptome bemerkbar. In vielen Fällen werden die Erreger unbemerkt durch das Immunsystem bekämpft. Bestimmte Virengruppen können zu einem Wachstum kleiner Knötchen im Genitalbereich (Genitalwarzen) führen. Diese sind zwar lästig, aber in der Regel gutartig und bilden sich oft ganz von selber wieder zurück. Zu etwa 90 Prozent sind die Low-Risk-HPV-Typen 6 und 11 dafür verantwortlich.

Jedoch verlaufen nicht alle HPV-Infektionen harmlos. Die sogenannten High-Risk-Typen können zu Krebs führen. Die beiden Hochrisiko-Typen 16 und 18 gelten als besonders aggressiv und sollen über 70 Prozent aller Zervixkarzinome (Gebärmutterhalskrebs) sowie andere Tumoren im Genital-, aber auch im Mund-/Rachenbereich sowie deren Vorstufen verursachen. Die Verwendung von Kondomen kann das Risiko für die Übertragung der Viren reduzieren, jedoch nicht vollständig verhindern.

Impfen schützt
Gegen die häufigsten und aggressivsten HP-Viren steht ein Impfstoff zur Verfügung. In Österreich gibt es seit 2016 mittlerweile einen, der vor neun verschiedenen HPV-Typen schützt (sind in Summe für 90 Prozent der Genitalwarzen und 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs, anderer Tumorarten sowie den meist operationspflichtigen Krebsvorstufen verantwortlich).

Idealerweise sollte die Impfung möglichst früh vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen. Daher ist sie in Österreich im Gratis-Schulimpfprogramm für neun- bis zwölfjährige Mädchen und Buben (beide können sowohl Träger als auch Überträger sein) enthalten. Bis zum 15 Lebensjahr besteht die Möglichkeit, diese zum Selbstkostenpreis nachzuholen.

Früherkennung
Durch den Krebsabstrich (PAP-Test) im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung lassen sich Zellveränderungen rechtzeitig identifizieren, um bereits Vorstufen eines Gebärmutterhalskrebses zu erfassen. Seit Einführung dieser Untersuchung ist die Zahl der Zervixkarzinome um zwei Drittel gesunken. Immer mehr an Bedeutung gewinnt mittlerweile auch der HPV-Test. Dieser wird wie ein Abstrich durchgeführt, nur anders ausgewertet - mit einer rascheren und besseren Erkennbarkeit der Infektion beziehungsweise Krebsvorstufen. Dies zeigen mehrere Studien aus europäischen Ländern. Hierzulande ist dieses Verfahren bis dato nur in speziellen Fällen indiziert und finanziert.

Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ÖGGG) weist auf die Vorteile der HPV-Testung hin und unterstützt deren Einsatz bei Frauen ab 30 Jahren. Die Wahl der Vorsorge-Methode soll demnach beim betreuenden Gynäkologen liegen. Impfung und Test stellen somit eine optimale Kombination zum Schutz vor Krebs dar. Die wichtigste Säule der Vorsorge ist nach wie vor eine jährliche Untersuchung beim Frauenarzt.

Mag. Regina Modl, Kronen Zeitung

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