Di, 11. Dezember 2018

Inselhopping

13.07.2018 08:00

Ionische Inseln: griechische Vielfalt erleben

Bilderbuch-Strände, paradiesische Bergdörfer und Odysseus’ vermeintliche Heimat. Wer die Ionischen Inseln besucht, lernt die griechische Vielfalt kennen.

„Es ist das Paradies! Ich mag das Leben an diesem Ort. Danke Gott, dass ich hier bin. Ich würde nie woanders wohnen wollen oder mein Dorf verlassen“, erzählt Konstantina Kontomichis in ihrer Wohnküche, in die sie herzlich eingeladen hat und Selbstgebackenes und Erfrischungen anbietet. Die Kinder der 87-Jährigen sind weggezogen, aber sie freut sich sehr, wenn ihre Enkel zu Besuch kommen. Auch wenn das Leben hier manchmal hart war, wäre sie nicht weggegangen. Anders ihr Bruder. Der pensionierte Arzt Yannis Zavitsanos ist dem Ruf der Freiheit gefolgt - und in Österreich gelandet. Wie er in einwandfreiem Deutsch berichtet: „Ich kenne Österreich besser als Griechenland.“ Zehn Jahre hat er in Graz studiert und gewohnt. Mittlerweile ist der 85-Jährige aber wieder zurückgekehrt nach Kavalos.

Das kleine Bergdorf - im Winter leben hier nur 60 bis 70 Einwohner, das einzige (!) Schulkind besucht die zwei Kilometer entfernte Volksschule - ist das höchstgelegene der Insel Lefkada. Hier gibt es nur ein einziges Kaffeehaus - es ist zu gleichen Teilen Treffpunkt für die älteren Herren auf einen gemütlichen Kaffee und Tratsch - und Supermarkt und Frisör. Abseits der Strände versprühen eben die Bergdörfer einen ganz besonderen Charme. So auch die kleine Bäckerei von Eleni und ihrer Tochter in Lazarata. Hier wird Lathopita - ein Olivenölkuchen mit Traubensaft - hergestellt. Eine Spezialität, die es nur auf Lefkada gibt und die auf keiner Hochzeit, Taufe, aber auch Beerdigung fehlen darf.

Nicht weit entfernt in Exanthia lässt sich ein besonders schöner Sonnenuntergang über dem Meer genießen. In der stylischen „Fly Me“-Bar kommt mit einem Cocktail in der Hand Urlaubsstimmung auf. Lange wird das hier kein Geheimtipp mehr bleiben.

Auch die Strände an der Westküste Lefkadas sind das nicht mehr. Porto Katsiki, Kathisma Beach oder der nur mit dem Boot erreichbare Strand von Egremni zum Beispiel bieten fabelhafte Postkartenmotive: weißen Kieselstrand und Wasser in allen Blauschattierungen.

Zeitig in der Früh nehmen wir die Fähre: Vorbei an der Insel Skorpios - sie gehört auch heute noch der Familie Onassis, Aristoteles hatte sie 1963 gekauft und 1968 fand dort die Hochzeit mit Jackie Kennedy statt - unternehmen wir einen Ausflug nach Meganisi. Eine Insel, die sich größer macht, als sie eigentlich ist, bedeutet ihr Name doch “große Insel", obwohl sie mit ihren 22 Quadratkilometer lediglich die größte der kleinen Inseln ist und es hier nur drei Dörfer gibt. Mit circa 20 Millionen Euro könnten auch wir unter die Inselbesitzer gehen, erzählt unser Bootskapitän, ein Eiland zwischen Lefkada und Meganisi steht zum Verkauf. Wir sausen von einer Bucht zur nächsten und in kleine Grotten, das Meer glitzert glasklar türkis, der Fahrtwind und die Sonne kitzeln auf der Haut, die Möwen kreischen über uns und kreisen um die hohen Klippen. Ein typischer entspannter Tag am griechischen Meer, an dem natürlich auch ein Tavernenbesuch nicht fehlen darf.

Nur zwei Stunden mit dem Schiff entfernt von Lefkada, legen wir im malerischen Hafen von Fiskado auf Kefalonia an. Auf dem Weg in den Süden der Insel sticht die Festung von Assos ins Auge. Auf einer Halbinsel gelegen, ab 1593 von den Venezianern errichtet, blickt sie auf das Dorf, das von dem großen Erdbeben 1953 verschont blieb, hinunter.

Aber eine der Hauptattraktionen ist zweifelsohne die Melissani-Höhle. Mit kleinen Booten schippert man über den bis zu 36 Meter tiefen Höhlensee. Die Decke ist vor langer Zeit eingestürzt, sodass das Sonnenlicht je nach Tageszeit die schönsten Türkis-Blau-Töne auf die Wasseroberfläche zeichnet.

Im Hafen der Hauptstadt Argostoli präsentiert sich täglich um ca. 9 Uhr Früh ein anderes besonderes - tierisches - Schauspiel. Wenn die kleinen Fischerboote von ihren nächtlichen Fangzügen zurückkommen, ihre frischen Waren anbieten und Fischreste ins Meer werfen, locken sie damit auch die berühmten Caretta-caretta-Schildkröten an. Zirka 40 bis 50 Stück befinden sich im Moment im Hafen - drei davon lassen sich heute von uns fotografieren-, erzählt uns Mia. Die US-Amerikanerin arbeitet als freiwillige Helferin bei Wildlife Sense, das das Verhalten der Tiere erforscht und auf ihre akute Gefährdung aufmerksam macht.

Auch Ithaka gehört zu den Ionischen Inseln. In Homers Erzählungen ist es die Heimat Odysseus‘, wobei nicht bewiesen ist, ob es sich dabei tatsächlich um die heutige Insel Ithaka gehandelt hat. Andere Orte könnten laut Experten dafür ebenfalls infrage kommen. Auf jeden Fall empfängt den Besucher im Hafen der Hauptstadt Vathi eine Odysseus-Statue zu Ehren des Helden der griechischen Mythologie, der zehn Jahre gebraucht hat, um nach seiner Irrfahrt wieder hierher in seine ersehnte Heimat zu kommen

Elisabeth Salvador, Kronen Zeitung

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