Vier Monate bedingt

Kassierin verwendete Vereinsgeld für Online-Spiele

„Ich wollte Geld zurückgewinnen, das ich aus der Kasse genommen habe“, sagt die Angeklagte vor der Linzer Richterin Eva Höpfl. Mit dem Spielen im Internet ritt sich die alleinerziehende Frau erst richtig ins Schlamassel. Ihre Fehlgriffe flogen auf - Schaden 68.747 Euro.

Zuerst hat sich die Kassierin (48) eines Vereins zur Regionalförderung im Mühlviertel in der Vereinskasse bedient. Nicht für ein Luxusleben, sondern, um ihre Alltagsausgaben zu bewältigen. Mit 1400 Euro fing 2016 alles an, steigerte sich zu Überweisungen von 5000 Euro aufs eigene Konto. Und schließlich überwies sie sogar die Spieleinsätze direkt vom Vereinskonto an den Internetwettanbieter.

Selbstanzeige
Und so flog die Untreue auch durch einen aufmerksamen Bankbetreuer auf. Er verständigte den Geschäftsführer des Vereines. Gleichzeitig legte die Angestellte, ein Geständnis ab und erstattete Selbstanzeige. Inzwischen hat sie mit Hilfe ihrer Familie den Schaden auch wieder gutgemacht.

Urteil rechtskräftig
Beim Prozess half ihr das nur bedingt. „Sie sind knapp an der tätigen Reue vorbeigeschrammt“, so die Richterin. Tätige Reue hätte bedeutet, dass das Verbrechen straffrei bleibt. So wurde die Frau am Landesgericht Linz zu sehr milden vier Monaten bedingt verurteilt.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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