Mi, 15. August 2018

Schwere Vorwürfe

26.06.2018 09:54

Pferde-Tod: Zeugen bombardieren die Behörden

Die Telefone klingeln, das Mail-Postfach geht über - nach dem Kutschen-Drama von Axams melden sich täglich Insider aus der Pferdeszene und Zeugen früherer Vorfälle bei den Behörden und auch Tirols Tierschutzombudsmann Martin Janovsky. Dieser sagt ganz offen: „Vieles spricht hier für Tierquälerei.“

Janovsky schildert einen „Sturm der Entrüstung“, den er seit Tagen erlebe. Es sei wie der „Stich in ein Wespennest“ – der tödliche Vorfall habe offenbar jahrelang aufgestaute Aversionen gegen den Pferdebesitzer voll ins Rollen gebracht. Auch der „Krone“ liegen zahlreiche Schreiben vor, in denen Menschen grobe oder sogar grausame Vorfälle mit den Pferden schildern. Beispielsweise, dass der Kutscher den Tieren Schweizer Kracher zwischen die Beine geworfen haben soll, weil sie ja gegen Lärm „abgehärtet“ sein müssten. Ein aufgetauchtes Video zeigt, wie zwei Kutschenpferde bei der Rückkehr in den Stall gepeitscht werden.

Vorfall am 10. Juni: „Pferde fix und fertig“
Bei diesen „Horror-Geschichten“ gilt freilich: Nicht immer stammen sie von unmittelbaren Zeugen, manches wird durch Weitererzählen dramatisiert. Vieles liegt lange zurück. Janovsky geht aber davon aus, dass es in dieser Causa zu einer Gerichtsverhandlung wegen Tierquälerei kommen wird. Mit seiner Meinung zu den bekannten Bildern und Videos hält der Tiroler Tierschutzombudsmann nicht hinter dem Berg: „Beim Vorfall am 10. Juni ist ersichtlich, dass die Pferde fix und fertig waren, bevor sie dann am Boden lagen.“ Hinzu komme der (übermäßig?) harte Einsatz der Peitsche.

Details von Zeugen nötig, Verjährung droht
Bei einem etwaigen Prozess zählen Beweise. Zeugen müssen sich zur Verfügung stellen und dann im Detail beantworten, was sie wann und wo beobachtet haben. Zu bedenken ist laut Janovsky auch, dass die Verjährungsfrist bei Vergehen nach dem Tierschutzgesetz prinzipiell nur ein Jahr beträgt. Älteres bliebe demnach ungesühnt.

Andreas Moser, Kronen Zeitung

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