Argentinien schockiert

Auch für Maradona war Gaucho-Schmach zum Weinen

Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Nach 34 Minuten gab Eduardo Salvio Kroatens Verteidiger Strnic die „Gurke“ - doch den Salat hatte am Ende Willy Caballero und damit . Der Torhüter servierte die Kugel beim Versuch, diese auf Mercado zu lupfen, im Strafraum Ante Rebic so perfekt, dass man denken hätte können, es sei ein kroatisches Training für Volley-Abschlüsse. 1:0 für die Balkanzauberer.

Vor den Augen von Diego Maradona und 15.000 Südamerikanern. Die tagsüber das Zentrum von Nischni Nowgorod mit ihren Trikots und Fahnen in ein himmelblau-weißes Meer verwandelt hatten. Dann aber ein Desaster zu sehen bekamen.

Für das Trainer Jorge Sampaoli sich die Schuld gibt. „Ich bin der Coach, bin verantwortlich“, sagte er, der seiner Elf nach dem 1:1 gegen Island taktisch einen neuen Anzug verpasst hatte. Er ließ nicht mehr in der von Messi präferierten 4-2-3-1-Formation wie gegen die Insulaner spielen, sondern im 3-4-3. Dazu mit drei personellen Änderungen. Und wie ging’s damit Messi?

In Halbzeit eins kein einziger Torschuss, während es gegen Island noch elf gewesen waren. In Wahrheit kam er, der vom WM-Titel träumte, kaum ins Spiel bzw. konnte diesem nie den Stempel aufdrücken. Und als Caballero hinten patzte, stand Messi allein ganz vorne und schlug die Hände vors Gesicht. Wie nach dem 2:0 und 3:0!

Dem für Argentinien desaströsen Endstand! Erstmals seit 1974 konnte keines der ersten beiden Gruppenspiele gewonnen werden, womit der Aufstieg ganz, ganz weit weg ist, während Kroatien bereits fix im Achtelfinale steht. „Auch wenn‘s bis zum ersten Tor eng war, es war ein perfektes Spiel“, strahlte mit Luka Modric der Torschütze zum 2:0.

„Der erste Treffer hat uns vom Weg abgebracht, wir waren emotional gebrochen“, seufzte hingegen Sampaoli. Während zum selben Zeitpunkt Diego Maradona Tränen in den Augen standen.

Georg Leblhuber, Kronen Zeitung

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