Fr, 17. August 2018

„Sicherheit Priorität“

13.06.2018 15:37

Wetter-Wahnsinn: Nächster Ort Katastrophengebiet

Nach den schweren Unwettern, die am Dienstagabend über weite Teile des Landes hinweggefegt sind, laufen mittlerweile die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Der Grazer Stadtpark, wo ein Rumäne (25) von einem Baum erschlagen wurde, bleibt bis zumindest Sonntag gesperrt. Nachdem bereits im Bezirk Neunkrichen (NÖ) Katastrophenalarm ausgelöst worden war, wurde nun auch die weststeirischen Gemeinde Piberegg zum Katastrophengebiet erklärt. Die SPÖ plädiert angesichts solcher Wetterkapriolen dafür, den Katastrophenhelfern künftig eine unbürokratische Dienstfreistellung von ihrem Job zu ermöglichen.

Im gesamten Grazer Stadtgebiet wurden insgesamt 25 große, umgefallene Bäume gezählt. Hinzu kommen zahlreiche Ast- und Kronenbrüche. Teilbereiche vom Leechwald und Rosenhain sind ebenfalls gesperrt. Neben der Beseitigung der offensichtlichen Schäden, müssen nun alle Bäume visuell begutachtet werden, um Gefahrenherde rechtzeitig zu entfernen, hieß es seitens der Stadt.

Zudem sind mehrere Trafostationen der Energie Steiermark immer noch außer Betrieb - Hunderte Haushalte damit ohne Strom. Viele der kaputten Stromleitungen können vorerst nur provisorisch instandgesetzt werden. Die tatsächlichen Reparaturarbeiten am Netz dürften noch Tage oder Wochen dauern.

„Sicherheit hat absolute Priorität“
Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) teilte mit: „Die Sicherheit der Steirerinnen und Steirer hat absolute Priorität. Daher habe ich die Bezirkshauptmannschaft beauftragt, alles in die Wege zu leiten, um die vorhandenen Verklausungen und Gefahrenlagen sofort zu beseitigen. Mein großer Dank gilt allen 1500 Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehren, die seit Dienstag im Einsatz stehen.“

Piberegg zu Katastrophengebiet erklärt
Schickhofer erklärte zudem die weststeirische Ortschaft Piberegg in der Gemeinde Bärnbach (Bezirk Voitsberg) zum Katastrophengebiet. Der Freisingbach sei total mit Verklausungen belegt, die sofort entfernt werden müssen, da neuerliche Gewitter drohen. Zudem sei ein Gehöft nach dem Unwetter vom Dienstag noch immer nicht erreichbar.

3.500 Sandsäcke in niederösterreichischen Bezirk befüllt
Auch am Mittwochnachmittag war im Bezirk Neunkirchen kein Ende der Regenfälle in Sicht. Am frühen Abend standen noch 38 Feuerwehren mit rund 400 Mann im Einsatz. In Ternitz und Pitten wurden für alle Einsatzstellen im Bezirk unzählige Sandsäcke befüllt und bereitgestellt. 3.500 waren es bereits am Dienstag gewesen. Anhaltende Niederschläge könnten zu stetig steigenden Pegelständen der Pitten und deren Zubringer und somit unweigerlich zu weiteren Problemen führen, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando mit.

Aufnahmefähigkeit der Böden unterschiedlich
Böden gelten nicht zu Unrecht als Regenspeicher, doch das hängt stark von ihrer Beschaffenheit ab. Der Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich etwa, der am Dienstagnachmittag und -abend ebenfalls teils schwer von Unwettern getroffen wurde, sei dafür ein gutes Beispiel, wie Johannes Hübl vom Institut für Alpine Naturgefahren der Universität für Bodenkultur am Mittwoch schilderte. Die Bucklige Welt ist auch „allbekannt als Hotspot für Unwetter“, erläuterte Hübl. Immer wieder gibt es schwere Niederschläge.

„Das Wasser sucht sich seine eigenen Wege“, betonte Hübl. Nicht zuletzt sei die ungenügende Vorbereitung der Anrainer auf extreme Wetterereignisse ein Problem. „Wenn man ihnen sagt, sorgt selber vor, hört man, dass da die letzten zehn Jahre nichts war, warum soll also die nächsten zehn Jahre etwas sein.“

Video: Überschwemmungen in Niederösterreich

Dienstfreistellung für Katastrophenhelfer
Die SPÖ will Katastrophenhelfern künftig eine unbürokratische Dienstfreistellung von ihrem Job ermöglichen. Freiwillige Mitglieder einer Katastrophenhilfsorganisation, eines Rettungsdienstes oder einer Freiwilligen Feuerwehr sollen bis zu fünf Arbeitstage innerhalb eines Dienstjahres für Einsätze freibekommen, ohne dafür Urlaub nehmen zu müssen oder weniger Gehalt zu bekommen. Einen entsprechenden Antrag auf Gesetzesänderung hat die SPÖ am Dienstag im Parlament eingebracht.

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