Fr, 19. Oktober 2018

SKN droht Abstieg

06.06.2018 06:07

Neustadt-Protest: Liga versinkt in totalem Chaos

Der Protest von Wiener Neustadt gegen das Relegations-Rückspiel ist nun offiziell. Damit droht eine 3:0-Strafverifizierung und St. Pölten der Abstieg. Die stark sinkenden Zuschauerzahlen passen zum trostlosen Bild.

Vor knapp einer Woche ist Wr. Neustadt durch Hartbergs Lizenzerteilung am Instanzenweg der Bundesliga noch am Aufstieg gescheitert. Jetzt setzt man aber noch einmal alle Hoffnungen in diese unabhängigen Gremien: Der SC legt gegen das zweite Relegationsspiel Protest ein!

Putzenlechner: „Muss diese Rechtsmittel ausschöpfen“
Und stürzt damit womöglich nicht nur St. Pölten in den Abgrund - sondern auch die Liga ins absolute Chaos! „Es gibt diese Rechtsmittel - und die muss ich ausschöpfen. Ich denke, das würde in dieser Situation jeder Vereinsverantwortliche machen“, stellt Präsidentin Katja Putzenlechner klar.

Durchaus verständlich. Für Neustadt geht es nicht nur um enorm viel Geld - sondern ums nackte Überleben. Nachdem bis heute nicht klar wäre, ob ein Profibetrieb in Liga zwei überhaupt finanzierbar wäre.

Atanga im Fokus
Da bricht man dann sogar ein Gentlemen’s Agreement, wie es die Kooperationsspieler-Regelung eben ist. Besonders kurios: Auch Wr. Neustadt machte von diesem Passus Gebrauch. Wie David Atanga, der in dieser Saison für Salzburg, Liefering und St. Pölten auflief, spielte auch Neustadts Alex Sobczyk für drei Klubs (Rapid, St. Pölten, Wr. Neustadt), was allerdings gegen die „2/3-Regelung“ von FIFA und ÖFB verstößt.

Weil ein Protest allerdings innerhalb von drei Kalendertagen eingereicht werden muss und Sobczyk seit 16. März - wohl nicht zufällig - nicht mehr eingesetzt wurde, dürfte Neustadt hier nichts zu befürchten haben. Ganz anders als St. Pölten, das bei einer Strafverifizierung Spiel zwei 0:3 und damit die Relegation 2:3 verliert - und absteigt.

Alarmierende Zahlen
Wann die Entscheidung fällt ist unklar, diese Woche wird der Senat 1 aber nicht mehr tagen. Es wäre das i-Tüpfelchen auf den vergangenen Chaoswochen der Bundesliga, die schon nach der Causa Hartberg schwer unter Beschuss stand. Da passten die kürzlich veröffentlichten Zuschauerzahlen wie die Faust aufs Auge: Im Vergleich zum Vorjahr kamen gleich 118.000 Fans weniger in die Stadien. Bei diesem Image, das sich die Liga hier verpasst, wird sich das auch nicht ändern. Egal, ob St. Pölten oder Neustadt „oben“ spielt.

Johannes Wiesmann, Kronen Zeitung

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