So, 16. Dezember 2018

Trotz Medienrückzugs

03.06.2018 13:31

Obama schlägt als Marke alle heimischen Politiker

Ex-Präsident Barack Obama ist zwar seit über einem Jahr nicht mehr im Amt - seine Popularität als Politiker ist bei uns jedoch ungebrochen. Obwohl er inzwischen nur mehr eine Privatperson ist und sich auch weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, ist er für die Österreicher weiterhin der bekannteste und am positivsten belegte Politiker weltweit. Heimische Politiker können von so einem Umfrageergebnis dagegen nur träumen - genau wie sein Nachfolger Donald Trump.

Obama ist im Auge der Österreicher unterscheidbar und anders als andere Politiker und das - im Gegensatz etwa zu Donald Trump - auf eine positive Art. Das enthüllte eine Markenwertstudie von Young & Rubicam. Auch halten die Österreicher Obama heute noch für sehr relevant für ihr Leben. Trump halten sie hingegen für praktisch überhaupt nicht relevant, erklärte Sebastian Bayer, CEO der Young and Rubicam Group in Wien. Die Österreicher empfinden also den abgedankten Präsidenten als relevanter als den aktuellen. Bayer spricht da von einer „gewünschten Relevanz“.

Obama ist überhaupt ein Phänomen: Er ist bei zwei Drittel der abgefragten 49 Eigenschaften stärkste Politikermarke und hinsichtlich Intelligenz, Charme und Selbstbewusstheit überhaupt die Stärkste aller 1.000 Marken, die Y&R in ihrem „BrandAsset Valuator“ jährlich bei 3.500 Österreichern abfragt. Die Umfrage wird seit 25 Jahren in zahlreichen Ländern parallel durchgeführt. Obama liegt auf Rang 17 unter allen „Marken“, die vom Roten Kreuz über Coca Cola und „Deutschland“ bis Marcel Hirscher eine breite Palette umfasst.

Merkel erreicht „meilenweit hinter Obama“ Platz 2
Unter den abgefragten internationalen Politikern kommt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf Platz zwei - aber „meilenweit hinter Obama“, sagt Bayer. Sie ist auch stark bei „unterscheidet sich“ und kann punkten mit „selbstbewusst“, „intelligent“ und „unnahbar“. Sie ist die sachlichste unter allen Politikern, aber auch sehr „robust“ und „verantwortungsbewusst“. „In Summe ein gutes Zeugnis, aber verglichen mit Obama eine Marke, die weniger zum Träumen anregt“, so Bayer.

Frankreichs junger Präsident Emmanuel Macron punktet wie Obama mit „intelligent“ und „charmant“, er ist aber ein „disruptiver Politiker“, der in der internationalen Politik bei Einschätzungen wie „liegt im Trend“ oder „ist am neuesten Stand“ stark ist. Es sei erstaunlich, dass ein französischer Politiker in Österreich so präsent ist, räumt Bayer ein.

Nur weil ein Politiker unterscheidbar und bekannt ist, hat er noch lange kein positives Image. Das muss nicht nur Trump erleben, bei dem die Andersartigkeit mit einer praktisch inexistenten Wertschätzung einhergeht. „Er hat eine Andersartigkeit, die den Menschen nicht gefällt, die die Menschen nicht wollen“, zeigen die Daten laut Bayer. Trump kann Superlative für sich verbuchen, um die ihn nicht viele beneiden dürften: Er hat die überheblichste und unnahbarste aller abgefragten 1.000 Marken.

Selbstbewusste Eigeninszenierung funktioniert für Putin perfekt
Auch Russlands Präsident Wladimir Putin ist sehr unterscheidbar und gilt als selbstbewusst. „Die Eigeninszenierung trägt bei ihm Früchte“, sagt Bayer. Aufnahmen wie jene von ihm mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd durch einen Fluss reitend führen dazu, dass er bei „gesund“, „robust“ und „risikofreudig“ vor allen anderen internationalen Politikern liegt. „Das kommt sogar bei den Österreichern an. Man darf nicht unterschätzen, wie sehr die Menschen diese Dinge wahrnehmen“, vermerkt Bayer.

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