Für die Österreicher reichte es in den neun Partien dieses Jahres zu drei Siegen, einem Remis und fünf Niederlagen. Die Spanier schraubten ihre Bilanz seit 2007 auf 40 Siege, drei Remis und eine Niederlage. Der Erfolg an der Stätte ihres EM-Triumphes, wo die Iberer von den österreichischen Fans mit einer großflächigen Choreographie empfangen wurden, zählte zur Kategorie der einfacheren Sorte.
Traumstart durch Jantscher
Dabei erwischten die Österreicher einen Traumstart. In der 8. Minute setzte sich Wallner gegen zwei Verteidiger durch und spielte für Jantscher auf, dessen Direktschuss aus rund 15 Metern über Casillas ins Tor ging, weil Ramos entscheidend abfälschte. Der Hauch einer Sensation lag aber nur kurz über dem Prater und wurde schnell vom spanischen Offensivwirbel verblasen.
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Leitgeb sprang in der 10. Minute der Ball vom Fuß, Silva schaltete schnell und spielte einen Idealpass auf Fabregas, der Gratzei (der Sturm-Goalie stand im Tor, weil Payer nach seiner Erkrankung noch nicht richtig fit war) keine Chance ließ. Danach zogen die Spanier, die mit Villa, Iniesta, Xavi oder Fabregas fast alle Stars ins der Anfangsformation aufboten, ihr berüchtigtes Kurzpassspiel auf und ließen Ball und Gegner laufen. Iniesta bediente in der 20. Minute Villa, Scharner rutschte daneben und der Valencia-Goalgetter war aus kurzer Distanz zur Stelle.
Rot für Pehlivan
In der 22. Minute musste sich Gratzei bei einem Weitschuss von Iniesta strecken, fünf Minuten später brannten bei Pehlivan nach ständigem Im-Kreis-Laufen die Sicherungen durch: Der Rapidler fällte Busquets mit einer rüden Attacke an der Mittellinie, was ihm die Rote Karte durch den deutschen Schiedsrichter Meyer einbrachte.
Am Spielverlauf änderte sich dadurch erwartungsgemäß nichts. Die spanische Überlegenheit blieb erdrückend, bei Chancen von Villa (28.) und Silva (35.) entkamen die Österreicher einem höheren Rückstand. Kurz vor der Pause schlugen die Gäste dann doch noch einmal zu. Silva setzte Villa ein, diesmal kam Dragovic zu kurz, Gratzei war zu langsam am Boden und Villa erzielte seinen 35. Treffer im 54. Länderspiel.
Auch Spaniens Ersatz erstklassig
In der Pause wurden neben dem Star-Stürmer unter anderem auch Iniesta, Xavi und Silva ausgewechselt, deren Ersatzmänner zeigten aber nicht weniger Klasse. In der 55. Minute vergaß Fuchs nach einer längeren Ballstafette auf Güiza, der den überraschten Gratzei vom Fünfer bezwang. Zwei Minuten später traf der ebenfalls eingewechselte Pablo Hernandez nach Vorlage von Navas zum 5:1 für den WM-Titelanwärter.
Gegner und Publikum ließen Gnade walten
In der Folge ließen die Spanier Gnade walten, gefährlich wurde es nur noch bei einem von Dragovic abgefälschten Güiza-Schuss. Die Österreicher wiederum verzeichneten mit Ausnahme des Tores keine echte Einschussmöglichkeit. Damit setzte es für die ÖFB-Elf die höchste Heimniederlage in diesem Jahrtausend und die höchste Schlappe seit dem 0:5 im WM-Play-off im November 2001 in der Türkei. Das Publikum ließ sich angesichts der eklatanten Überlegenheit der Gäste vom Debakel nicht die Laune verderben. Pfiffe für die eigene Mannschaft waren nicht zu hören, dafür schwappte des öfteren die Welle durchs Stadion.








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