Di, 19. Juni 2018

Neues Gesetz:

23.05.2018 09:00

Risiko-Kraxler werden künftig zur Kasse gebeten

Wer in Badeschlapfen oder bei Schlechtwetter auf den Berg geht und Hilfe braucht, muss das Sparschwein schlachten. Denn Risiko-Kraxler und -Wanderer müssen nach einer Gesetzesnovelle den Einsatz bezahlen. Bei jährlich 550 Unfällen mit 20 Toten auf den Bergen in OÖ sind viele dabei, die fahrlässig ausgelöst werden.

„Präventiv fehlt uns die Handhabe. Wir können Leute nur darauf hinweisen, wenn wir sehen, dass sie falsch ausgerüstet sind oder sich unnötig in Gefahr begeben“, weiß Hans-Peter Magritzer, Chef der Alpinpolizei in Oberösterreich.

Novelle Sicherheitspolizeigesetz
Aber nach der Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes dürfen jene, die grob fahrlässig handeln und damit einen Hilfseinsatz auslösen, zur Kasse gebeten werden. Da wird’s sicher einige Grenzfälle geben, aber etwa jene Tschechen, die bei Schlechtwetter in den Klettersteig in Hallstatt eingestiegen waren oder eine Truppe Wanderer, die vom Hüttenwirt auf das aufziehende Gewitter hingewiesen worden war, dennoch weiterging und prompt in Not geriet, bekommen künftig eine Rechnung.

Gut ausgerüstet
Jener 35-jährige Bergläufer, der - wie berichtet - am Traunstein neben seinem Freund verunglückte, war richtig ausgerüstet, aber Norbert B. aus Frankenburg war erst das zweite Mal am Traunstein unterwegs.

Unfallort als Anziehungspunkt
Die Unglücksstelle, bei der Norbert B. am Mairalm-Steig gestolpert und 100 Meter abgestürzt war, wird in den nächsten Tagen makaberer Anziehungspunkt: „Wir wissen von früheren Unglücken, dass Leute extra hierher kommen, um die Stelle in Augenschein zu nehmen“, ärgert sich Hans-Peter Magritzer über diesen Gaffer-Tourismus. Dagegen gibt’s aber keine rechtliche Handhabe.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.