Sa, 20. Oktober 2018

„Karate trainiert“

13.04.2018 07:32

Mutiger Pensionist prügelt 2 Räuber in die Flucht

„Ich bin kein furchtsamer Mensch“, untertreibt Raubopfer Heinz Stockinger aus dem oberösterreichischen Asten gewaltig, als er der „Krone“ von seinem mutigen Verhalten bei dem Überfall am Mittwoch auf ihn erzählt. Zwei Räuber wollten ihm die Wertsachen abnehmen, doch der Pensionist prügelte beide in die Flucht und gab der Polizei eine genaue Beschreibung.

Heinz Stockinger (62) aus Asten ist zwar schon in Pension, erwies sich aber als echter Räuberschreck. Im Interview erzählt er über den Angriff am hellichten Tag.


„Krone“: 
Wie geht es Ihnen nach dem Raubüberfall?
Stockinger: Gut, danke. Das liegt jetzt schon hinter mir.

Als Sie am Mittwoch am Nachmittag überfallen wurden, waren Sie gerade auf dem Weg nach Hause.
Ja, ich hatte in der Au im Bereich des Treppelwegs nach Steinen und Schwemmholz gesucht, aus denen mache ich Bilder, das ist mein Hobby.

Plötzlich standen zwei junge Männer vor Ihnen. Haben Sie sofort gewusst, dass das ein Überfall ist?
Sie haben mich gleich angepöbelt, zwar in einer fremden Sprache, aber es war sofort klar, dass etwas passieren wird. Sie wollten dann meine Tasche, da waren etwa 150 Euro und ein neues Smartphone drin.

Sie haben sich gewehrt.
Dem einen hab ich mit der Faust auf die Nase geschlagen, die dürfte gebrochen sein. Der andere hat mir dann mit einem Gegenstand hinten in die Rippen gestoßen. Ich gab ihm einen Fußtritt und er flog die Böschung hinunter. Beide flüchteten dann in verschiedene Richtungen.

Hatten Sie denn keine Angst?
Nein. Aber nachher hab ich mir schon überlegt, dass ich Glück hatte, dass keiner ein Messer mithatte. Und meine Frau war schon ziemlich fertig, als sie das gehört hat.

Haben Sie einfach aus Reflex so reagiert?
Früher hab ich Karate trainiert, vielleicht ist da was hängen geblieben.

Die Polizei hat vergeblich nach den ausländischen Tätern gesucht.
Sie waren aber wirklich binnen fünf Minuten da, haben mit Hunden und Hubschrauber gesucht. Die haben alles getan, was sie konnten.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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