Fr, 14. Dezember 2018

Waren nicht geliefert

11.04.2018 23:13

Auf Verkaufsportalen unzählige Leute abgezockt

Dass man bei Käufen über diverse Plattformen im Internet vorsichtig sein sollte, bewiesen am Mittwoch gleich zwei fast idente Prozesse am Innsbrucker Landesgericht. Ein im Unterland lebender Ungar (39) und ein Deutscher (33) hatten Waren um jeweils knapp 14.000 Euro angeboten, die Gelder kassiert, aber nie geliefert.

Egal, ob Jugendliche, die ihr Taschengeld für Computerspiele opferten, oder Hausfrauen, die sich ein mehr oder weniger teures Küchengerät leisten wollten: Sie alle gingen dem seit Jahren arbeitslosen Deutschen ordentlich auf den Leim. Zweieinhalb Jahre lang bot der 33-Jährige auf Verkaufsplattformen Waren an und ließ sich vorab bezahlen. Auf die Lieferungen warteten die Käufer aber vergeblich. Die Opfer wurden vom Angeklagten immer wieder vertröstet. „Das war ja ein regelrechter Fulltime-Job“, meinte Richterin Helga Moser. „Es wäre sicher sinnvoller gewesen, wenn sie diese Energie in eine richtige Arbeit gesteckt hätten.“ In 49 Fällen betrog der Vater einer Tochter Ahnungslose und kassierte über 14.000 Euro. „Ich ging öfters ins Spielcasino und hatte nach der Trennung von der Mutter meines Kinder einfach eine Blockade im Kopf“, rechtfertigte sich der Angeklagte, der diese „Blockade“ offenbar mit einem Urlaub in Ägypten lösen wollte. Denn während die Geprellten auf ihre bestellten und bezahlten Waren warteten, machte der Deutsche kurzerhand eine Woche Strandurlaub. „Das ist schon mehr als dreist“, so die Richterin. Der 33-Jährige, der schon bald wegen weiterer derartiger Betrugsfälle auf der Anklagebank sitzen könnte, muss nun zwei Jahre hinter Gitter. Nicht rechtskräftig.

Zwei Konten sichergestellt
Der Ungar hingehen war nur vier Monate „aktiv“, betrog in der kurzen Zeit aber 53 Personen. Auf bekannten Plattformen für Kleinanzeigen bot er Münzen an und kassierte ohne zu liefern knapp 14.000 Euro. Doch seine Opfer haben Glück! Es wurden nämlich zwei Konten sichergestellt, auf denen genug Geld ist, um den Schaden wieder gut zu machen. Richter Norbert Hofer verurteilte den 39-Jährige zu 20 Monaten Haft. Er nahm das Urteil an.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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