Do, 21. März 2019
31.10.2009 08:43

Die Zeit drängt

"Gesamtlösung" für Quelle wird immer unwahrscheinlicher

Ein Quelle-Gipfel, bei dem Landes- und Bundespolitiker eine eigenständige Österreich-Lösung für das Versandhaus erarbeiten, wird immer dringender: Neue Pläne des deutschen Insolvenzverwalters, unter dem die vom Konzern erhoffte „Gesamtlösung“ schon einmal scheiterte, lassen diese zunehmend illusorisch erscheinen.

In Deutschland, wo 2.000 Quelle-Mitarbeiter ab Sonntag gekündigt werden, steht Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg unter schwerem Beschuss. Die Gewerkschaft „verdi“ wirft ihm vor, dass er keinen „Plan B“ gegen eine Zerschlagung des Unternehmens habe. Sogar beim Abverkauf der Waren versage er: Die deutsche Post hat den Versand auf Eis gelegt, weil er Rechnungen nicht bezahlt habe.

Ob der Abverkauf stattfindet, ist unsicher. Am Freitag ließ Görg, der eine „Fehleinschätzung“ zugibt, bei den Quelle-Mitarbeitern erneut die Alarmglocken klingeln: Er prüfe, ob er eine „Masseunzulänglichkeit“ beantragen könne, kündigte er an. Das wäre eine „Insolvenz in der Insolvenz“, bei der ausgerechnet die treuen Quelle-Partner, die auch zuletzt noch geliefert haben, mit Nachteilen rechnen müssten.

Für die solide Quelle Österreich wird dadurch die Verflechtung mit Deutschland noch problematischer. Ohne eigenständigen Rettungsplan besteht die Gefahr, dass Kaufinteressenten zuwarten, bis sie billig verschleudert wird – womöglich an einen Konkurrenten, der nur die Kundenadressen will und dann in Linz zusperrt.

"OÖ-Krone"

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