Mi, 18. Juli 2018

Teure Ausbildung:

05.04.2018 05:30

Assistenzhunde sind Top-Profis im Arbeitseinsatz

Nach der albtraumhaften Erfahrung, die - wie berichtet - eine auf ihren Assistenzhund angewiesene psychisch traumatisierte Mühlviertlerin offenbar beim Besuch des Linzer Finanzamtes machte und dort mit ihm wieder raus musste, stehen derart ausgebildete Vierbeiner im Mittelpunkt des Interesses. Ihr Wert ist beträchtlich: 20.000 bis 30.000 Euro!

„Die Ausbildung eines Assistenzhundes ist aufwändig und teuer“, sagt Hundetrainerin und -Prüferin Silvia Sturmberger aus Kirchdorf an der Krems. Bevor ein Antritt zur staatlichen Prüfung erlaubt wird, müssen vierbeinige Anwärter eine intensive Ausbildung durchlaufen, die je nach Einsatzgebiet zwischen 18 und 24 Monaten dauert. Der Wert eines zertifizierten Assistenzhundes ist mit einem Mittelklassewagen vergleichbar, liegt zwischen 20.000 und 30.000 €.

Drei Ausbildungsrichtlinien
„Es gibt drei verschiedene Ausbildungsrichtungen - entweder als Blindenführhund, oder als Servicehund etwa für Rollstuhlfahrer, oder als Signalhund für Diabetiker, Epileptiker und psychisch beeinträchtigte Menschen“, erklärt Sturmberger.
Auch die Hundehalter müssen Eignungsprüfungen absolvieren: „Es geht einfach darum, dass Hund und Mensch perfekt aufeinander abgestimmt sind.“

Darf auch in Spitäler
Erst nach positiver Absolvierung der Teambeurteilung kann der Assistenzhund in den Behindertenpass eingetragen werden. Er hat dann auch Zutritt zu öffentlichen Gebäuden und Dienstleistungen - was der Mühlviertlerin ja im Linzer Finanzamt verwehrt wurde. Zudem darf der Hund auch in Spitäler, Lebensmittelgeschäfte und Kinos. Allerdings nur, wenn er seine Kenndecke mit dem speziellen Logo umhat, die signalisiert, dass er im Arbeitseinsatz steht.
Sturmberger: „Der Hund ist dann hochkonzentriert und sollte auch nicht angesprochen oder gestreichelt werden.“

Kommentar dazu von Jürgen Pachner:

Soziale Akzeptanz ist wünschenswert
Es gibt hierzulande kaum Menschen, die von Blindenführhunden noch nie gehört haben. Dass es auch Assistenzhunde für körperlich zwar unversehrte, aber psychisch beeinträchtigte Menschen gibt, ist noch nicht zu allen vorgedrungen. Das verdeutlicht auch der Fall jener Mühlviertlerin, die mit ihrem Hund barsch aus dem Finanzamt Linz komplimentiert worden sein soll und als Folge einen Kollaps erlitten hat.
Assistenzhunde sind Betreuer, die Sicherheit vermitteln sowie auf Stresspegel und Wohlfühlhormone achten. Damit das funktioniert, braucht es speziell im öffentlichen Raum Leute, die entsprechend informiert sind und das auch akzeptieren wollen.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner

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