So, 19. August 2018

Direktorin im Visier

01.03.2018 14:00

„Krieg“ in Wiener Museum um 303.500 Euro Gehalt

Das wünscht sich kein Chef: Die Betriebsrätin des Technischen Museums in Wien zieht in einem langen Gastkommentar in einer Zeitung offen über das Gehalt der Direktorin her, 303.500 Euro seien zu viel. Ihre Chefin, Gabriele Zuna-Kratky, kontert: „Es sind 264.000 Euro. Diese Kritik ist Klassenkampf.“

„Die Einkommensschere zwischen ihr und allen anderen Mitarbeitern im Museum ist damit noch unverhältnismäßiger geworden“, hält Betriebsrätin Sabine Groschup in einem halbseitigen Kommentar im „Standard“ ihrer Direktorin Gabriele Zuna-Kratky wörtlich vor, sich „eine goldene Nase zu verdienen“.

Tatsächlich überwies die Republik nicht wenig an die Bundesbeamtin Zuna-Kratky: 2016 wurden 303.500 Euro ausbezahlt, das wäre ein Monatsbezug von 21.678,57 Euro (14-mal). „Ihr Einkommen hat sich in nur einem Jahr um 39.500 Euro verbessert“, behauptet Groschup und stellt die Frage: „Wie viel Verantwortung im Vergleich zum Bundeskanzler hat die Geschäftsführerin von 250 Angestellten?“ (Der Kanzler verdiente 2016 um nur 520 Euro mehr als Zuna-Kratky.)

Chefin: „Warum redet sie nicht mit mir?“
Die Chefin des Technischen Museums ist absolut nicht begeistert vom öffentlichen Protest der Betriebsrätin: „Sie hat doch ihr Büro nur 50 Meter entfernt von mir, warum redet sie nicht mit mir?“ Und Zuna-Kratky stellt klar: „Der Betrag von 303.500 Euro kam nur deshalb zustande, weil ich 2016 zum 40. Betriebsjubiläum eine Auszahlung von zusätzlich vier Monatsbezügen bekam. Wir Beamte erhalten dafür keine Abfertigung.“ Die Direktorin hält die Kritik für politisch motiviert: „Das ist doch Klassenkampf, à la ,Hol dir, was dir zusteht‘.“ Außerdem habe es für alle Mitarbeiter in elf Jahren ein Gehaltsplus von 18 Prozent gegeben.

Richard Schmitt
Richard Schmitt

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