Neun Jahre Haft

Wiener Taxler betäubte Kunden und raubte sie aus

Wien
07.10.2009 14:19
Üblicherweise sind Taxifahrer Opfer von Raubüberfällen. In einem Fall, den am Mittwoch ein Wiener Schöffensenat zu beurteilen hatte, war es umgekehrt: Ein 52 Jahre alter Taxilenker betäubte mehr als ein Dutzend seiner Fahrgäste, indem er ihnen mit Schlaftabletten versetzte Getränke kredenzte. Danach stahl er ihnen das Geld aus den Brieftaschen, um seine Spielsucht zu finanzieren. Das nicht rechtskräftige Urteil: neun Jahre Haft.

"Wenn ich mir am Bahnhof ein Taxi nehm', will ich gesund heimkommen. Sonst kann ich gleich autostoppen", meinte Richter Wolfgang Fahrner in der Urteilsbegründung. Die Strafe des Schöffengerichts fiel deshalb so hoch aus, weil der Taxler bereits acht Vorstrafen auf seinem Konto hatte und das Vertrauen seiner Kunden schamlos ausnutzte.

Tatort Westbahnhof
Der Mann wartete regelmäßig am Westbahnhof auf seine Kundschaft. Seine verbrecherische Vorgangsweise war dabei besonders heimtückisch: Zuerst bot er den Fahrgästen salzhaltige Kekse an und drehte die Heizung ordentlich auf. Nach einer Weile bot  er ihnen Mineralwasser oder Eistee an, die er zuvor zu Hause mit einem Schlafmittel präpariert hatte.

Einige seiner Opfer nahmen das Getränk dankend an und verloren danach sofort das Bewusstsein.

"Mir ist der Film gerissen", erzählte etwa eine 78 Jahre alte Deutsche als Zeugin dem Gericht. Der Taxler habe sie darauf zu ihrer Schwester chauffiert, deren Adresse er offenbar aus ihrer Brieftasche gefischt hatte.

Dieser erklärte er, die 78-Jährige wäre im Zug ausgeraubt worden. Danach kassierte er von der Schwester noch einen weit überhöhten Fahrpreis von 150 Euro, während sein Opfer im Spital behandelt werden musste. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass der „hilfsbereite“ Taxler der Pensionistin auch 350 Euro gestohlen hatte.

Taxikunde wäre beinahe erfroren
Einer seiner Kunden wäre nach dem Raubüberfall beinahe gestorben: Der Taxifahrer hatte einen  Mann, nachdem er ihm das Getränk gab, nach Schwechat chauffiert und hatte ihn dort in einer kalten Winternacht vor seinem Einfamilienhaus abgesetzt. Das Schlafmittel begann zu wirken, der Mann schaffte es nicht mehr ins Haus, fiel in den Schnee und schlief ein. Als ihn sein Sohn entdeckte, war die Körpertemperatur des Mannes bereits auf 34 Grad gesunken.

Raubüberfälle aus finanzieller Not verübt
Der 52-jährige gab zu, die Raubüberfälle aus finanzieller Not verübt zu haben. Er sei seit 30 Jahren dem Glücksspiel verfallen, fast jeden Tag habe ihn der Weg in den Prater zu den "einarmigen Banditen" geführt, so der Angeklagte.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele