Unter den vielen Archivschätzen des Wien Museums sind auch Tausende Seiten an handgeschriebenen Kochrezepten. Die sollen nun mit der Hilfe der Wienerinnen und Wiener wieder zum Leben erweckt werden, damit die kulinarische Geschichte der Stadt vom Papier auf den Teller kommen kann.
Wie hat ein hausgemachter Wiener Zwetschkenkuchen vor 300 Jahren geschmeckt? Oder Gansleber auf Rehbraten mit Buttersauce? Und danach vielleicht Chrinokaline, offenbar eine Art Likör, die heute niemand mehr kennt, obwohl es das Rezept nach wie vor gibt: auf einer von 7800 Seiten von 44 handgeschriebenen Kochbüchern im Bestand des Wien Museums. Bei der Aufgabe, sie zu entziffern, soll nun die ganze Stadt zusammenhelfen.
Vergessene Geschichte wird wieder lebendig
Die Seiten können online durchgeblättert werden. Die Rezepte erzählen mit ihrem Blick auf längst vergangene Ernährungs- und Konsumgewohnheiten auch ein Stück Wiener Geschichte, aus der Perspektive von Köchinnen für besser gestellte Haushalte ebenso wie von Hausfrauen. Oft wurden sie von Generation zu Generation weitergegeben, viele stammen aus der Sammlung von Franz Ruhm (1896-1966), Österreichs erstem Fernsehkoch.


An der Rezept-Rettung kann sich jeder ehrenamtliche Helfer nach einer kurzen Registrierung auf zwei Arten beteiligen: Entweder man nimmt sich selbst ein noch nicht entschlüsseltes Blatt vor oder man prüft eine schon vorhandene Übertragung. Man kann aber auch bereits entzifferte Seiten einfach lesen oder gleich nachkochen. Am Ende sollen alle Rezepte, nach Schlagworten sortierbar, der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Das ist kein Pemmerl!
Mit ein paar Hilfsmitteln kommt man anfangs nicht aufzulösenden kulinarischen Geheimnissen leichter auf die Spur. Zum Lesen der einst gebräuchlichen Kurrentschrift bietet etwa das Internet auf zahlreichen Seiten Hilfe, und auch die Künstliche Intelligenz fungiert als Ideengeber. Doch auch hier zeigt sich, dass sie Menschen nicht ersetzen kann und das Wien Museum menschliche Helfer mit kulinarischem Verstand braucht, denn sonst hätte die KI statt „Ganslebern“ vorgeschlagen, „Gans-Pemmerl“ zu kochen.
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