Sa, 23. Juni 2018

krone.at-Chronologie

15.02.2018 07:42

USA: Schulen und Unis immer wieder im Visier

Erneut hat ein Amokläufer an einer Schule in den USA zugeschlagen. Das Blutbad an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida reiht sich in eine Liste schwerer Massaker von Einzeltätern an Schulen oder Universitäten in den USA ein. Eine krone.at-Chronologie.

Parkland, Februar 2018: Ein 19-Jähriger löst in seiner ehemaligen Highschool im Bundesstaat Florida einen Feueralarm aus, anschließend schießt er auf die fliehenden Schüler und Lehrer. 17 Menschen sterben, Dutzende werden verletzt. Der Schütze selbst wird festgenommen.

Der Vorfall in Florida ist bereits das 19. Vorkommnis mit Schusswaffen an einer Schule in den USA im heurigen Jahr. Erst vor drei Wochen waren in Kentucky zwei Schüler durch Kugeln ums Leben gekommen. Anfang des Monats war eine Zwölfjährige festgenommen worden, nachdem eine Waffe, die sie in ihrem Rucksack bei sich gehabt hatte, unabsichtlich losgegangen war und zwei Mitschüler getroffen worden waren

Roseburg, Oktober 2015: Ein Waffennarr mit Abneigung gegen Religionen tötet am Umpqua Community College im US-Bundesstaat Oregon zehn Menschen. Die Polizei tötet ihn bei einem Schusswechsel.

Marysville, Oktober 2014: Ein 14-Jähriger schießt an der Marysville Pilchuck High School bei Seattle auf fünf seiner Mitschüler, von denen vier sterben. Anschließlich begeht der Todesschütze Selbstmord. Wie die Polizei wenig stäter mitteilte, hatte sich der 14-Jährige vor der Bluttat per SMS mit seinen Opfern verabredet. Er habe das Treffen für die Mittagspause in der Cafeteria der Schule geplant.

Washington, Juni 2014: Ein 19-jähriger Student stirbt, zwei weitere werden bei einer Schießerei an der Seattle Pacific University in Washington verletzt. Als der Schütze zum Nachladen innehält, wird er von einem anderen Studenten überwältigt. Ein Anwalt des tatverdächtigen 26-Jährigen erklärt, eine psychische Erkrankung habe bei der Tat eine Rolle gespielt.

Santa Barbara, Mai 2014: Ein mit Messer und Waffe bewaffneter 22-jähriger Volkshochschulstudent tötet unweit des Campus der University of California in Santa Barbara sechs Menschen, 13 weitere werden verletzt. Laut den Behörden richtet er die Waffe nach einem Feuergefecht mit Beamten gegen sich selbst.

Santa Monica, Juni 2013: Fünf Menschen sterben, mehrere weitere werden im kalifornischen Santa Monica verletzt, als ein 23-Jähriger zunächst seinen Vater und seinen Bruder erschießt und dann wahllos das Feuer auf fremde Autofahrer und das örtliche College eröffnet, in dem Schüler gerade an ihren Abschlussprüfungen sitzen. Der Attentäter wird von Beamten in der College-Bücherei erschossen.

Newtown, Dezember 2012: Adam Lanza, ein 20-Jähriger mit schweren psychischen Problemen, erschießt zunächst seine Mutter und begibt sich dann in seine ehemalige Volksschule, die Sandy Hook Elementary School. Dort ermordet er 20 Schulkinder und sechs Lehrer. Anschließend tötet er sich selbst. Vor seiner Tat hatte er sein Zimmer drei Monate lang nicht verlassen. Mit seiner Mutter hatte er per Mail kommuniziert. Lanza hegte seit seiner Kindheit Gewaltfantasien. Für die Tat nutzte er legal erworbene Gewehre seiner Mutter.

Oakland, April 2012: Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

DeKalb, Februar 2008: Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

Cleveland, Oktober 2007: Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland im Bundesstaat Ohio mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

Blacksburg, April 2007: Der 23-jährige Südkoreaner Cho Seung Hui erschießt zunächst zwei Studenten in einem Wohnheim und verletzt mehrere schwer. Anschließend verschickt er von einer Postfiliale aus eine DVD mit Bekennervideos und Fotos an den Fernsehsender NBC. Etwa zwei Stunden später verriegelt er die Türen eines anderen Uni-Gebäudes mit Ketten, damit niemand fliehen kann. Dann beginnt er, auf weitere Studenten und Lehrkräfte zu schießen. Insgesamt ermordet er 32 Menschen. Anschließend tötet er sich selbst. Der Täter lebte als Englischstudent in den USA. Obwohl er in psychiatrischer Behandlung war, konnte er die Tatwaffen legal erwerben.

Nickel Mines, Oktober 2006: Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

Essex, 25. August 2006: Ein 26-Jähriger erschießt eine Lehrerin an einer Grundschule und verletzt eine weitere schwer. Auf dem Weg in die Schule hatte der Täter eine 57-Jährige getötet. Später verletzt der Mann einen 26-Jährigen, ehe er die Waffe gegen sich selbst richtet. Er überlebt. 

Red Lake, März 2005: Ein 16-Jähriger tötet in der Red Lake High School in einem Indianerreservat in Minnesota fünf Schüler, eine Lehrerin und einen Sicherheitsbeamten. Fünf Menschen werden verletzt. Zuvor hatte der Hitler-Bewunderer seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin erschossen. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Bursche selbst. 

Grundy, Jänner 2002: Ein erfolgloser 43 Jahre alter Student tötet aus Wut über sein Scheitern an einer kleinen US-Universität in Grundy in Virginia drei Menschen und verletzt drei weitere.

Littleton, April 1999: Zwei Jugendliche töten in der Columbine High School in Littleton zwölf Schüler und einen Lehrer. Anschließend erschießen sie sich selbst. Die beiden 17 und 18 Jahre alten Burschen hatten maskiert und mit Gewehren sowie Sprengsätzen bewaffnet die Schule gestürmt.

San Diego, August 1996: Ein Student erschießt offenbar aus Wut über Kritik an seiner Diplomarbeit an der Staatsuniversität von San Diego in Kalifornien drei Professoren.

Franz Hollauf
Franz Hollauf

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