29.01.2018 06:00 |

Drei gegen Ludwig

So wollten sie sich an die Spitze tricksen

Sie haben alles versucht und sind gescheitert - Klubchef Andreas Schieder (und seine prominenten UnterstützerInnen) unterlagen beim Wiener SPÖ-Landesparteitag Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, der jetzt Parteichef ist. Klar ist aber auch: Beim internen Wahlkampf hat nur Michael Ludwig fair gespielt ...

In der Pizzeria La Fornace in Wien-Margareten fing es an: Die Stadträtinnen Renate Brauner und Sandra Fauenberger überzeugten am 13. November Andreas Schieder, gegen Michael Ludwig anzutreten - und sprachen ihm Unterstützung zu. Nach außen hin wurde von beiden Seiten ein fairer Wahlkampf kommuniziert, den aber nur Ludwig einhielt.

So wollte sich die Gegenseite an die Spitze tricksen:

  • Der erste Bruch des Abkommens ereignete sich am 7. Jänner. Schieder kritisierte Ludwigs Wohnbau als zu lax. Er wolle ja viel mehr bauen, gleich 25.000 Wohnungen bis 2025.
  • Am 10. Jänner veröffentlichte "Heute" eine Bezirksliste. Inhalt: Schieder würde mit einem Vorsprung von 183 Delegierten klar gewinnen. Ziel: unschlüssige Genossen auf die Seite des angeblichen Siegers zu ziehen. Viele der genannten Bezirke aber dementierten.
  • Am 12. Jänner träumt Schieder in einem Video von der absoluten Mehrheit. Voraussetzung: Man wählt ihn am Parteitag. So ein Zufall: Landesparteisekretärin Sybille Straubinger (Gruppe Schieder) präsentiert am 23. Jänner eine IFES-Studie: "SPÖ sieht Potenzial für 'Absolute' in Wien."
  • Unfaires Verhalten auch am 27. Jänner am Parteitag selbst: hinbestelltes Schieder-Klatschpublikum, Schieder-Redezeit Ende nie, letzte Interventionen. Aber alles vergebens.

Lang hat es nicht gedauert: Neue Stadtrats-Namen geistern schon herum - von Ruth Becher über Ernst Woller bis Peter Hanke. Bloß: SPÖ-Chef Michael Ludwig hat noch mit niemandem Gespräche geführt.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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