Beliebtheitsbonus

Constantini mit guten Karten für Verlängerung

Fußball
12.08.2009 12:46
Im Poker um eine Vertragsverlängerung hat Österreichs Teamchef Dietmar Constantini eine möglicherweise entscheidende Trumpfkarte in der Hand. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Karel Brückner und Josef Hickersberger gilt der Tiroler als Liebling der Öffentlichkeit, was dem 54-Jährigen in den Verhandlungen um einen Verbleib beim ÖFB über dieses Jahr hinaus in die Hände spielen könnte. Die Entscheidung könnte zudem früher als erwartet fallen. ÖFB-Präsident Leo Windtner will noch im September diesbezügliche Gespräche mit dem Tiroler führen.

ÖFB-Präsident Leo Windtner betont zwar, die endgültige Entscheidung hänge von den Früchten von Constantinis Arbeit ab, gab aber auch zu: "Wenn jemand bei Fans und Medien gut ankommt, ist das sicher ein flankierendes Argument." Mit seiner Vorgehensweise, viele junge Spieler einzuberufen und kritisch beäugte Kicker wie Andreas Ivanschitz zumindest vorläufig auszusortieren, traf der Tiroler offenbar den Nerv zahlreicher Anhänger. Auch sein smartes Auftreten trägt zu den hohen Beliebtheitswerten bei, wie selbst der frühere Schüler von Ernst Happel zugibt.

"Ich habe bei den Fans vielleicht einen Zuspruch, weil ich sage, was ich mir denke. Weil ich einfach normal kommuniziere, wie es mir angelernt wurde", meinte Constantini. Doch im Endeffekt hänge alles von den Resultaten ab: "Wenn man nichts gewinnt, ist man genauso der Trottel."

Im Normalfall kein Problem mit den Medien
Gut, wenn auch nicht ganz so innig, ist Constantinis Verhältnis zu Journalisten. Er sehe sich nicht unbedingt als Liebling der Medienwelt. Von Journalisten fordert Constantini Fairness ein. "Ich habe kein Problem, wenn gegenseitiger Respekt da ist. Aber ich habe ein Problem, wenn jemand ohne zu hinterfragen eine einseitige Geschichte schreibt. Ich verstehe einen 70-jährigen Trainer, wenn er mit den Medien nicht mehr redet", erklärte Constantini.

Der Tiroler wies auch auf die unterschiedliche Rollenverteilung von Teamchef und Medien hin. "Ich muss Entscheidungen treffen und viele Reporter müssen keine Entscheidungen treffen. Die beurteilen das halt und sagen, er ist ein Trottel, weil er den oder den spielen lässt. Warum holt er nicht den anderen? Aber ich habe Entscheidungen zu treffen und ich bin froh darüber. Denn desto größer die Verantwortung ist, desto geiler ist es."

Weniger angenehm wird es für einen österreichischen Nationaltrainer, wenn man wie Brückner in seinen letzten Wochen als ÖFB-Coach scharfer öffentlicher Kritik ausgesetzt ist. Mit der Gefahr, dass ihn ein ähnliches Schicksal ereilen könnte, beschäftigt sich Constantini allerdings nicht. "Wenn ich diese Angst hätte, was soll ich dann zu den Spielern sagen? Das erwischt doch jeden einmal."

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