Der "Titan" wird 40

Kahn will Torwart-Talente in Asien fördern

Fußball
14.06.2009 10:53
Am Montag feiert Oliver Kahn, ehemaliger deutsche Team-Torhüter und Kapitän von Bayern München, seinen 40. Geburtstag. Als Torwart-Titan wurde er entweder auf Händen getragen oder mit Bananen beworfen – nun schlägt er in Asien ein neues Kapitel in seiner bewegten Fußball-Karriere auf. Am Donnerstag geht die erste Folge seiner in China entwickelten und produzierten TV-Show "I never give up - the Kahn principle" auf Sendung. Ausstrahlungen in weiteren asiatischen und arabischen Ländern sind geplant. Die deutsche Bundesliga muss dagegen vorerst warten. "Das ist meinen beruflichen Aktivitäten nicht zu vereinbaren", sagte Kahn, als er seinerzeit den Manager-Job bei Schalke 04 ablehnte.

Der Fußball hatte mehr als die Hälfte seines Lebens beherrscht, bevor Kahn im Sommer vergangenen Jahres seine aktive Karriere beendete. Seine eindrucksvolle Bilanz: Champions-League-Sieger, achtmal deutscher Meister, sechsmal Cupsieger, UEFA-Cup-Sieger, Europameister, 86 Länderspiele und 557 Bundesligaspiele. Als ZDF-Experte am Mikrofon ist er weiterhin dem Fußball zugetan, aber mit seiner ersten Karriere hat er abgeschlossen. "Die aktive Zeit ist auch für mich auch mental beendet. Jetzt haben andere Dinge in meinem Leben Priorität", verriet Kahn in der Wochenendausgabe der Münchner "tz".

Kahn will Vorbild für die Jugend sein
Zu den "vielfältigen Dingen", mit denen sich der dreifache Welttorhüter jetzt beschäftigt, gehört "vor allem die Arbeit mit Menschen". Und da will Kahn Vorbild sein und der Jugend zeigen, wie man mit Ehrgeiz, Willenskraft und auch Besessenheit Erfolg haben kann. In seiner Casting-Show müssen sich die Kandidaten vielen Herausforderungen stellen, die ihre Stärken und Schwächen aufdecken. Der Torhüter als zentrale Figur der Show wird zum Symbol für die Eigenschaften, die jemand braucht, um seine Ziele im Leben zu erreichen. Dem siegreichen Super-Keeper winkt ein mehrmonatiges Tormann-Training in Deutschland.

Nachholbedarf in Asien
Während der jüngsten Asienreise der deutschen Nationalmannschaft hat Kahn jede Möglichkeit genutzt, um für sein China-Projekt die Werbetrommel zu rühren. Im "Kahn-Prinzip" will er Erfolgsmechanismen eines Torhüters auf Wettkämpfer in allen Bereichen übertragen und dafür die nächsten Monate in Fernost verbringen: "Bei Besuchen in China, Japan oder Korea habe ich festgestellt, dass es Interesse und unheimlichen Nachholbedarf gibt, was das Torwartspiel anbelangt."

Seine Popularität in Asien wird ihm bei seiner Arbeit als Entwicklungshelfer hilfreich sein. Kahn ist seit der WM 2002 in Südkorea und Japan der große Star des deutschen Fußballs in Asien. In China hat er sogar eine eigene Internetseite, Anfang Mai schloss das Pharmaunternehmen Bähringer-Ingelheim mit Kahn einen Zweijahresvertrag für den japanischen Markt, auf dem er auch schon für die Autoreifen von Bridgestone Werbung gemacht hat.

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