Sind die vier jüngsten Titelverteidiger seit 2005 (FC Porto, Liverpool, FC Barcelona und AC Milan) immer jeweils schon im Achtelfinale aus dem Bewerb geflogen, so hat ManU den Fluch der Cupholder vorerst besiegt und die große Chance, als erster Club die Trophäe erfolgreich zu verteidigen, gewahrt. Im Schlager des Abends wehrte im Duell des englischen mit dem italienischen Meister United den Angriff Inter Mailands in Old Trafford durch das 2:0 (1:0) ab. In San Siro hatte es ein 0:0 gegeben.
Die Trainer waren einander einig, dass die frühen Tore in jeder Spielhälfte durch Vidic und Cristiano Ronaldo die Partie entschieden haben. "Ich denke, wir haben gegen eine der besten Mannschaften Europas gespielt, deshalb bin ich absolut zufrieden, dass wir unsere Mission erfüllt haben und im Viertelfinale stehen", meinte ManU-Coach Alex Ferguson, nachdem sich seine Schützlinge in die Rekordbücher eingetragen hatten.
Manchester stellt neuen Rekord auf
Die "Red Devils", die seit nunmehr 19 Champions-League-Matches (15 Siege) in Old Trafford unbesiegt sind, haben im Europacup seit dem Frühjahr 2007 (0:3 gegen Milan im Halbfinale) keines ihrer 21 Spiele im Europacup verloren und damit die bisher gemeinsam mit Juventus Turin gehaltene Europacup-Bestmarke für Heim- und Auswärtspartien ausgelöscht. Die "Alte Dame" hatte in den Jahren 1970 bis 1972 im UEFA-Cup ebenfalls 20 Mal nicht verloren.
Fergusons Widerpart Jose Mourinho, der vor fünf Jahren als Feldherr des späteren Champions-League-Gewinners FC Porto noch an der Seitenlinie in Old Trafford gejubelt hatte, gratulierte den Siegern neidlos. "ManU kann heuer fünf Titel gewinnen, sie sind verdient weiter. Wir akzeptieren das, obwohl wir nicht schlecht spielten und zweimal nur Aluminium trafen. Jetzt holen wird den nationalen Meistertitel, da bin ich mir sicher", erklärte der Portugiese.
"Bye, Bye Mourinho"
Im "Theater der Träume" fiel für Inter also der Vorhang und die Fans sangen "Bye, Bye Mourinho". Die Zeitung "Daily Telegraph" schrieb spöttisch: "Mourinho umarmte Ferguson nach dem Schlusspfiff, und das war wirklich der einzige Moment, in dem Inter ManU im Griff hatte." Für das totale Italien-K.o. wählte die "Gazzetta dello Sport" den kurzen Titel: "Verflucht!" Und "Tuttosport" resümierte treffend: "Eine Nullnummer in Europa!"
Arsenal beweist mentale Stärke
Wie Ferguson durfte am Mittwoch auch Arsenal-Trainer Arsene Wenger tief durchatmen. Die Londoner setzten sich nach einem 0:1 nach Verlängerung mit dem 16. Penalty im Elferschießen gegen AS Roma 7:6 durch. "Wir haben immense mentale Stärke bewiesen", meinte der Franzose, während Roma-Kapitän Francesco Totti und Co. der vergebenen Chance nachtrauerten und das Finale im Mai in Rom nur als Zuschauer im eigenen Stadion miterleben.
Das einzige torlose Remis der Achtelfinal-Rückspiele fabrizierten FC Porto und Atletico Madrid, das aufgrund der Auswärtstorregel und dem Ergebnis von 2:2 im ersten Treffen den nun in 22 Pflichtspielen unbesiegten Portugiesen zum Aufstieg reichte. Eindrucksvoll wie Bayern München (7:1) am Vortag gegen Sporting Lissabon demolierte der FC Barcelona im Camp Nou Olympique Lyon. Die Katalanen feierten ihren 50. Sieg in der "Königsklasse" gebührend mit einem 5:2.
Thierry Henry in Überform
Mit seinem Doppelpack innerhalb von 138 Sekunden zum 2:0, dem Messi und Eto'o noch vor der Pause zwei weitere Tore folgen ließen, zelebrierte Thierry Henry seine Champions-League-Treffer Nummer 49 und 50. Der 31-jährige Franzose, der in 108 Länderspielen bisher 48 Mal traf, erzielte gegen seine Landsleute allein drei der sechs Goals. "Wir haben sehr, sehr gut gespielt", befand nicht nur Barca-Trainer Josep Guardiola, fügte jedoch hinzu: "Wir haben noch nichts erreicht."
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