Mi, 12. Dezember 2018

2:2 nach 0:2

21.02.2009 22:27

Mattersburg dreht verloren geglaubte Partie

Seit dem Aufstieg 2003 ist Mattersburg in fünf Auftaktspielen zur Frühjahrs-Meisterschaft fünfmal als Verlierer vom Platz gegangen. Beim sechsten Versuch wurde dieser Fluch am Freitagabend gegen die SV Ried jedoch gebrochen. Darauf hätte allerdings nach 78 Spielminuten wohl kaum einer der nur 2.800 Zuschauer im Mattersburger Pappelstadion mehr gesetzt, führten die Gäste aus dem Innviertel zu diesem Zeitpunkt durch Tore von Nacho (12.) und Herwig Drechsel (78.) bereits mit 2:0. Doch mit einem Schlussfurioso schaffte Mattersburg noch die Wende.

Zunächst traf Adnan Mravac nach Vorarbeit von Ilco Naumoski per halbem Fallrückzieher zum Ausgleich, wenig später kürte sich Ried-Verteidiger Thomas Burgstaller zur tragischen Figur des Abends. Wieder war Mattersburg-Stürmer Naumoski beteiligt, einen Querpass des Mazedoniers drückte Burgstaller beim Versuch der Rettung unabsichtlich über die Linie des eigenen Gehäuses.

SVM-Obmann zur Pause schwer enttäuscht
Vor der Partie hatte Mattersburg-Coach Franz Lederer noch erklärt, dass seine Spieler den Ernst der Lage in einer guten Vorbereitung erkannt hätten. Ab dem Anpfiff war von den guten Vorsätzen aber kaum etwas zu sehen. Die Burgenländer machten viele Fehler im Spielaufbau und waren vor allem in der Offensive an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Das Sturmduo Carsten Jancker und Matthias Lindner blieb vor der Pause ohne eine einzige Tormöglichkeit. "Wir haben Glück, dass es nicht 3:0 oder 4:0 steht. Ich habe am Platz nicht gesehen, was ich in den Tagen vorher gehört habe", sagte Mattersburg-Obmann Martin Pucher in der Pause.

Die Gäste boten hingegen eine erfrischende Vorstellung, schon nach sechs Minuten ging ein Kopfball von Hamdi Salihi nach Nacho-Vorarbeit knapp am langen Eck vorbei. Sechs Minuten später stand dann der Spanier selbst im Mittelpunkt: Nach einem Berger-Zuspiel agierten Pauschenwein und Mravac zu zögerlich, was der 26-Jährige für einen unhaltbaren Schuss ins Gehäuse von Mattersburg-Goalie Borenitsch ausnutzte.

Rieder drückend überlegen
Nach dem frühen Rückstand agierten die Burgenländer noch nervöser und die Rieder kamen zu zahlreichen Möglichkeiten. Brenner (20.) schoss jedoch genauso am langen Eck vorbei wie Nacho nach einem Konter (21.). Außerdem musste sich Borenitsch bei einem der stets gefährlichen Schüsse von Nacho auszeichnen (32.), ein Salihi-Kopfball nach Lexa-Flanke ging über die Latte (39.).

Nach dem Seitenwechsel brachte Lederer mit Ilco Naumoski und dem 24-jährigen Mittelfeld-Zugang Ostoja Stjepanovic frisches Blut, aber auch das Duo konnte sich zunächst nicht entscheidend in Szene setzen, es änderte sich nur wenig am Spielgeschehen. Für die Rieder, die sich mit Fortdauer der Partie mit der knappen Führung begnügten, hätte einmal mehr Nacho für die Vorentscheidung sorgen können, Borenitsch wehrte dessen Schuss aber zur Ecke ab (49.). Erst in der Schlussphase sollten dann wieder Tore fallen.

Ried nun neuer Fünfter
Die Rieder haben damit in 19 Auswärtspartien (6 von 36 möglichen Punkten) weiter nur einmal gewonnen. Dennoch zogen sie (33) nun an Austria Kärnten (32/drei Spiele weniger) vorbei und sind jetzt Fünfter. Die Mattersburger dagegen (14 Punkte), die zum ersten Mal nach zuletzt vier Niederlagen in Serie einen Punkt holten, liegen damit zumindest einen Zähler vor Schlusslicht Altach (13), dessen Samstag-Partie gegen den LASK abgesagt wurde.

Stimmen zum Spiel:
Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir sind zu halbherzig aufgetreten, haben nicht die Zweikämpfe gesucht und waren deshalb verdient 0:2 hinten. Ried hat dagegen die Kugel laufen lassen, während wir mit angezogener Handbremse gespielt haben. Der Anschlusstreffer war sehr wichtig, da hat die Mannschaft dann gezeigt, dass sie was kann. Wir können mit dem Punkt, aber nicht mit dem Spiel zufrieden sein. Vom Fußballerischen ist das viel zu wenig gewesen. Wir müssen selbstkritisch bleiben und uns in Kärnten anders präsentieren"

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Heute wird mir kein Lächeln auskommen. Wir hätten schon in der ersten und auch in der zweiten Hälfte viel früher das 2:0 machen und danach nachlegen müssen. Tore bekommt man gegen Mattersburg immer wieder. Wir haben aber einen Schritt vorwärts gemacht, im Herbst sind wir auswärts nicht so aufgetreten. Wir werden jetzt daran arbeiten, auch auswärts endlich wieder einmal voll zu punkten."

Thomas Burgstaller (Ried-Abwehrspieler): "Wir sind einfach zu blöd auswärts. Wir haben Super-Chancen gehabt, aber zu wenig Tore gemacht und dann zwei solche Gegentreffer bekommen."  Zum Eigentor (zum 2:2-Endstand): "Ich wollte den Ball wegschießen."

SV Mattersburg - SV Ried 2:2 (0:1)

Pappelstadion, 2.800 Zuschauer, SR Lechner

Tore:
Mravac (82.), Burgstaller (84. Eigentor); Nacho (12.), Drechsel (78.)

Gelbe Karten:
Pauschenwein, Atan, Jancker, Naumoski bzw. Berger, Brenner

Mattersburg: Borenitsch - Pauschenwein (76. Seidl), Mravac, Rath - Sedloski - Atan, Velicky, Mörz, Lindström (56. Stjepanovic) - Jancker, Lindner (56. Naumoski)

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Burgstaller - Brenner, Mader, Berger - Lexa, Drechsel (92. Kovacevic), Nacho (86. Yeray Ortega) - Salihi

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