"Seele zerstört"

Medienschelte für Chelsea nach 0:3 gegen ManU

Fußball
12.01.2009 12:42
Die schwerste Niederlage seit fast zwei Jahren, die höchste gegen Manchester United seit 2002: Nach der 0:3-Schlappe in der englischen Premier Leauge am Sonntagabend im Stadion Old Trafford sprach die Statistik eine deutliche Sprache gegen den FC Chelsea. Nur ein Schuss aufs Tor stand für die "Blues" zu Buche, elf dagegen für Manchester - Ausdruck klarer Überlegenheit des Meisters. Von einem "sehr großen Schaden" sprach Chelsea-Coach Luiz Felipe Scolari.

Der Deutsche Michael Ballack hatte vor seinem 50. Ligaspiel in England angekündigt, es sei Zeit, nach knapp verlorener Champions League und Meisterschaft an ManU im vergangenen Jahr "ein paar Dämonen abzuschütteln". Doch das Gegenteil trat ein, Chelsea ließ sich nach dem 0:1-Rückstand zur Pause vom Rivalen geradezu überrollen. Der serbische Verteidiger Nemanja Vidic (45.), Wayne Rooney (63.) und Dimitar Berbatow (86.) trafen.

Die Zeitungen gingen mit den Chelsea-Stars hart ins Gericht. "Wenn die leistungsbezogenen Verträge, die Chelsea gerade erwägt, schon in Kraft wären, hätten Didier Drogba, Michael Ballack, Deco und Joe Cole am Sonntag nichts verdient", schrieb die "Times. Der "Daily Telegraph" urteilte: "Eine Niederlage, die die Seele zerstört, wenn nicht gar die Meisterschaftsambitionen."

Chelseas Titelchancen noch am Leben
Scolari wollte sich im Titelrennen aber noch nicht geschlagen geben. "Denkt nicht, dass wir mit einer Niederlage erledigt sind. Wir haben noch 17 Spiele und werden bis zum Ende kämpfen", sagte der Brasilianer, redete aber seiner Elf ins Gewissen: "Wenn wir die nächsten drei, vier Spiele so weiterspielen, haben wir keine Chance. Aber wir müssen nach vorn schauen. Wir können alles verspielen oder uns als echte Männer erweisen und uns verbessern."

Nach nur einem Sieg in den vergangenen fünf Liga-Spielen und nur einem Punkt gegen die Top-Teams Manchester, Liverpool und Arsenal sieht es für einen dritten Meistertitel binnen fünf Jahren allerdings düster aus. Zwar liegen die "Blues" mit 42 Zählern nur vier Punkte hinter Spitzenreiter Liverpool (46). Doch das bis auf einen Zähler herangerückte Manchester (41) könnte nach dem Nachholspiel gegen den Scharner-Club Wigan Athletic am Mittwoch und der nächsten Samstagspartie gegen die Bolton Wanderers schon an der Spitze von Englands Premier League stehen, bevor Liverpool kommenden Montag wieder aufläuft. Auch Aston Villa (41) und Arsenal (38) sind näher gerückt.

Last-Minute-Sieg für Scharner
ÖFB-Teamverteidiger Paul Scharner feierte mit Wigan Athletic einen Last-Minute-Sieg über die Tottenham Hotspurs. Figueroa fixierte in der 90. Minute den 1:0-Heimerfolg für die "Latics", die als Tabellensiebenter mit einem Spiel weniger weiter im Kampf um die Europacupplätze mitmischen. Scharner spielte bei Wigan durch.

Wieder kein Sieg für Pogatetz
Emanuel Pogatetz kam mit Middlesbrough zu einem 1:1 zu Hause gegen Sunderland. Zwei Premier-League-Spiele mussten dagegen wegen schlechter Platzverhältnisse abgesagt werden. Sowohl Portsmouth - Manchester City als auch Fulham - Blackburn Rovers fiel einem vereisten Spielfeld zum Opfer.

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