Obwohl der in die untere, von Rafael Nadal angeführten Hälfte geloste Melzer gegen Marcos eine 0:2-Bilanz auf der ATP-Tour vorzuweisen hat und zuletzt bei den French Open in fünf Sätzen verloren hat, gilt der Österreicher auf dem Pekinger Hartplatz als leichter Favorit. Auch Runde zwei gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka oder den Tschechen Radek Stepanek scheint lösbar. Um im 64er-Feld am Ende auch um eine Medaille kämpfen zu können, müsste der Niederösterreicher aber "vier unglaubliche" Matches gewinnen, wie es sein Betreuer Joakim Nyström formulierte.
Für Bammer "hätte es besser kommen können"
Bammer träfe bei einem Sieg über Garrigues, gegen die sie vor zwei Jahren im FedCup verloren und im Vorjahr in Hobart glatt gewonnen hat, in Runde zwei auf die als 16 gesetzte Schweizerin Patty Schnyder. "Es hätte besser aber auch schlechter kommen können. Es wird gegen Garrigues eine offene Partie", sagte Bammers Coach Jürgen Waber.
Die Oberösterreicherin kam erst am Donnerstag und damit drei Tage vor ihrem ersten Olympia-Match in Peking an. Nachdem sie auch die jüngsten Krankheitsprobleme überwunden hat und laut Waber "aufsteigende Form" zeigt, fiel Bammer die Umstellung nicht leicht. "Es war ziemlich hektisch, weil wir fast direkt von Montreal nach China weitergeflogen sind", so Waber. Die prompt beim Vielfliegen entstandenen Rückenprobleme sollten laut Waber aber kein Problem darstellen.
Hammerlos für das Herren-Doppel
1912 in Stockholm hatte Arthur Zborzil zusammen mit dem Prager Felix Pipes die bisher einzige Tennis-Olympia-Medaille (Silber) für Österreich geholt. Ein ähnliches Ziel haben auch Melzer und Julian Knowle im olympischen Doppelbewerb. Ihnen war das Auslosungsglück allerdings nicht hold. Bereits in Runde zwei würden voraussichtlich die als Nummer eins gesetzten US-Brüder Bob und Mike Bryan warten.
Davor müssen die beiden Österreicher allerdings noch einen Auftritt erfolgreich absolvieren, der viel Unterhaltungswert verspricht. Geht es doch gleich in Runde eins gegen das deutsche Silber-Doppel von Athen, Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler. Die beiden sind nur deshalb dabei, weil Schüttler sein Startrecht erfolgreich beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) eingeklagt hatte.
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