Del Bosque, der als Spieler fünf Meistertitel mit Real Madrid errungen hat, tritt in der "Seleccion" kein leichtes Erbe an: Mit Aragones hatten die Iberer vor drei Wochen erstmals seit 44 Jahren die Europameisterschaft gewonnen. Außerdem war Spanien unter dem "Weisen von Hortaleza", wie Aragones in seinem Heimatland genannt wird, in den vergangenen 22 Spielen ohne Niederlage geblieben.
Doch der Verband ist zuversichtlich, einen ebenso kompetenten Nachfolger gefunden zu haben. Del Bosque war von 1999 bis 2003 Trainer bei Real Madrid und gewann in dieser Zeit je zweimal die Champions League und die spanische Meisterschaft. Obwohl er damit zu einem der erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte wurde, musste er die "Königlichen" schließlich verlassen. Sein unspektakuläres Auftreten - Del Bosque gilt als ruhig, bescheiden und geduldig - passte nicht zum Image des starbesetzten Hauptstadtclubs.
Trotzdem bewies Del Bosque damals, dass er auch mit schwierigen Charakteren arbeiten und aus Individualisten eine Einheit formen kann. Eine Eigenschaft, die ihm als Coach der "Roja" hilfreich sein sollte, um das derzeit gute Mannschaftsgefüge beizubehalten und zu verhindern, dass zwischen den Katalanen des FC Barcelona und den Stars von Real Madrid Probleme auftreten.
Als Trainer war Del Bosque zuletzt 2005 bei Besiktas Istanbul tätig, danach arbeitete er als Kommentator für TV und Radio.
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