Der kroatische Teamchef Slaven Bilic hatte im Viertelfinalspiel auf die erfolgreiche Elf vom 2:1-Erfolg gegen Deutschland gesetzt. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Polen (1:0) hatte er neun Spieler der bereits fix als Gruppensieger qualifizierten Mannschaft geschont. Bilic setzte damit vor allem auf ein technisch starkes Mittelfeld mit Darijo Srna, Luka Modric, Ivan Rakitic und Niko Kranjcar, die alle eher offensiv orientiert sind. Vor allem der überragende Modric sorgte für viel Gefahr und setzte seine Mitspieler immer wieder mit schönen Pässen in Szene.
Kroatien mit großen Chancen in der ersten Halbzeit
In der 19. Minute legte der 22-Jährige seinem Mitspieler Ivica Olic erstmals die große Chance auf die Führung auf den Fuß, dieser drosch den Stanglpass aber aus kurzer Distanz an die Latte. Den Abpraller setzte Kranjcar per Kopf über das Tor. Nur fünf Minuten später setzte erneut Modric den offensiv orientierten Linksverteidiger Danijel Pranjic ein, die türkische Abwehr war aber zur Stelle. Bereits in der zweiten Halbzeit (57. Minute) spielte er geschickt Niko Kranjcar frei, dessen Schuss von der Strafraumgrenze hielt der türkische Schlussmann Rüstü. Der Kroate Rakitic jagte bereits gegen Schluß nach einem Doppelpass mit Olic (70.) den Ball in die Wolken, Olic setzte einen Kopfball nach Rakitic-Zuspiel (72.) neben das Tor.
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Geschickte Verteidigung der Türken
Die von zahlreichen Verletzungen gebeutelte türkische Mannschaft verteidigte sich die meiste Zeit geschickt, ließ insgesamt wenige Chancen zu. Im türkischen Team, das sich praktisch selbst aufgestellt hatte, bildeten Gökhan Zan und Emre Asik das Innenverteidiger-Duo und ersetzten die blessierten Teamkollegen Servet Cetin und Emre Güngör. Der gesperrte Tormann Volkan Demirel wurde vom 35-jährigen Routinier Rüstü Recber vertreten. Dieser machte die meiste Zeit einen sicheren Eindruck, in der 84. Minute entschärfte er einen tollen Srna-Freistoß aus 22 Metern auf spektakuläre Weise, patzte aber auch im Duell mit Olic (50.), was jedoch ohne Folgen blieb.
Außer einem Altintop-Freistoß (13.), den Niko Kovac abblockte, einem Tuncay-Roller (8.) in der Anfangsphase und einem tollen Weitschuss von Mehmet Topal (38.) war die türkische Mannschaft offensiv über weite Strecken harmlos. Nihat Kahveci, der an diesem Abend die Kapitänsbinde trug, gab im Sturm den zunächst erfolglosen Alleinunterhalter. Kroatiens Tormann Stipe Pletikosa durfte sich erst in der Verlängerung (95.) das erste Mal bei einer zur Ecke abgelenkten Hereingabe von Tuncay wirklich auszeichnen.
1:0 in der 119. Minute - Ausgleich in letzter Sekunde
Mit 0:0 nach 90 Minuten ging das Spiel in die Verlängerung und hier gaben überraschend zunächst die Türken den Ton an. Semih Sentürk (100.) schoss über das Tor, Tuncays Versuch von knapp außerhalb des Strafraums (102.) rauschte knapp am linken Eck vorbei. Als sich die Mannschaften bereits mit dem torlosen Unentschieden abgefunden zu haben schienen, wurde es in den letzten Minuten richtig dramatisch: In der 119. Minute erzielte der eingewechselte Ivan Klasnic das vermeintlich entscheidende Tor für die Kroaten. Doch die Türken bewiesen erneut ihren Ruf als Comeback-Spezialisten. Die Mannschaft, die bereits in den Gruppenspielen gegen die Schweiz (2:1) und Tschechien (3:2) einen Rückstand noch in einen Sieg verwandelt hatte, glich in der Schlusssekunde der Verlängerung durch den ebenfalls eingewechselten Stürmer Semih Sentürk (122.) aus und verwandelte das Wiener Ernst-Happel-Stadion in ein Tollhaus.
Kroaten im Elferschießen gebrochen
Die Kroaten schienen danach gebrochen: Der im Spiel überragende Luka Modric und Ivan Rakitic schossen im Elferschießen daneben, Mladen Petric scheiterte am türkischen Tormann Rüstü. Alle drei türkischen Schützen - Arda Turan, Semih Sentürk und Hamit Altintop trafen.








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