Hickersberger, dessen Schützlinge schon in der Vergangenheit in Lindabrunn des Öfteren Bekanntschaft mit den Dopingjägern gemacht hatten, nahm die Kontrollvisite mit Gelassenheit zu Kenntnis. "Das ist für uns nichts Neues, wir haben damit gerechnet", bezog sich Hickersberger auf aktuelle und anstehende Fälle in Österreich.
Der 60-Jährige wies noch einmal darauf hin, dass es in punkto Doping für die Kicker vonseiten des ÖFB klare Vorgaben gebe. "Jeder Spieler ist verpflichtet, jedes Medikament und jedes Nahrungsergänzungsmittel unserem Teamarzt Dr. Ernst Schopp zu melden. Wir machen alles, um einen Katastrophenfall zu vermeiden, aber in erster Linie liegt es an den Spielern, sich dieser Situation bewusst zu sein", betonte der Teamchef.
Hickersberger selbst hatte in seiner aktiven Zeit nie zu einem Doping-Test antreten müssen. "Ich habe immer das Glück gehabt, von solchen Losentscheidungen nicht betroffen zu sein. Aber ich habe immer gehört, dass der Test unangenehm ist." Erfahrungen mit Aufputschmitteln hat der Niederösterreicher aber in seiner aktiven Zeit gemacht, als in Fußballerkreisen die Einnahme des Mittels "Captagon" fast schon Usus war. "Ich habe das zwei-, drei Mal genommen. Dann bin ich draufgekommen, dass ich laufe wie ein Irrer, aber nie dort bin, wo der Ball ist. Mit hat einfach die Ruhe gefehlt und ich habe dann gesagt, ich kann damit nicht Fußball spielen", erklärte Hickersberger.
Treffen mit krebskranken Kindern
Dass Fußball nicht alles im Leben ist, haben die Teamspieler am Freitagabend vor Augen geführt bekommen. Die ÖFB-Kicker trafeneine Stunde lang mit krebskranken Kindern des St. Anna Kinderspitals zusammen. "Das waren bewegende Momente, weil man gesehen hat, wie grausam das Schicksal sein kann", sagte Josef Hickersberger.
Die Begegnung mit den erkrankten Kindern bezeichnete der 60-Jährige als wesentliche Erfahrung für seine Mannschaft. "Für die Spieler ist es wichtig zu sehen, welch schönes Leben sie als Fußballer führen dürfen, dass sie ihr Hobby zum Beruf machen konnten und damit gutes Geld verdienen. Und es ist wichtig zu sehen, welche Prioritäten es im Leben gibt."
Dieser Meinung schloss sich Stefan Maierhofer an. "Wir haben sehr viel Glück, dass wir gesund sind", sagte der Rapid-Stürmer, dessen Großmutter erst vor einem dreiviertel Jahr an einer Krebserkrankung verstarb. Auch seine Tante "hat einen schmerzvollen Weg hinter sich", so Maierhofer, der sich darüber freute, den Kindern "ein Lächeln und Freude durch Autogrammkarten und Berührungen" geschenkt zu haben.
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