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27.04.2017 - 07:40
Foto: thinkstockphotos.de

Krankenkassen sparen bei Parkinson- Patienten

14.09.2016, 10:30

Seit 1. September bezahlen die Krankenkassen nur noch günstigere Generika für ein wichtiges Parkinson- Medikament. Betroffene und Ärzte kritisieren die verhaltene Informationspolitik und die fehlende Übergangsfrist. Von heute auf morgen mussten andere Präparate verschrieben werden, die teilweise nicht lagernd waren!

Gabriele Hafner ist Präsidentin der österreichischen Parkinson- Selbsthilfe und selbst von der neurologischen Krankheit betroffen. Sie nimmt das Medikament Stalevo ein - wie viele andere Patienten auch. Vergangene Woche wollte sie wieder ein Rezept abholen, denn eine "Dauerverschreibung" gibt es nicht. "Nach einigem Suchen kam die Sprechstundenhilfe drauf, dass das Medikament nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt wird. Ich muss dieses aber 5- mal am Tag einnehmen."

Nach Rücksprache mit ihrem Neurologen wurde Gabriele Hafner ein Rezept für ein Generikum ausgestellt. Dieses nachgebaute Medikament kostet weniger als das Original und wird von den Krankenkassen noch übernommen "Das Präparat war in der Apotheke nicht lagernd und auch nicht in den nächsten Tagen lieferbar. Was sollen Parkinson- Patienten in der Zwischenzeit tun?", wandte sich die engagierte Burgenländerin an die Ombudsfrau. "Es darf nicht sein, dass die Krankenkasse unwillkürlich und ohne Übergangsfrist ein derart wichtiges Medikament zurückzieht und der Ersatz nicht verfügbar ist!"

Beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger ist man sich keiner Schuld bewusst. Eine Prüfung habe ergeben, dass ein Großteil der Generika lagernd sei. Änderungen im Erstattungskodex würden laufend veröffentlicht und seien für Ärzte ersichtlich. Diese können ihre Patienten entsprechend informieren.

Einer dieser Ärzte ist Parkinson- Spezialist Dieter Volc. Viele Patienten hätten sich verzweifelt bei ihm gemeldet, weil Generika nicht lieferbar waren. Von einer flächendeckenden Information könne keine Rede sein. Auch für den Arzt ist unverständlich, dass es keine Übergangsfrist gebe. Im Sinne der Patienten. Warum eigentlich nicht? Wird bei den Kassen auf noch mehr Gewinn gespart?

14.09.2016, 10:30
Redaktion Ombudsfrau
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