Studie: Ausreichend Schlaf hilft auch gegen Schmerzen

30.12.2012, 08:00
Studie: Ausreichend Schlaf hilft auch gegen Schmerzen (Bild: thinkstockphotos.de (Symbolbild))
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)
Immer mehr Menschen leiden unter Schlafmangel, was nicht nur eine Vielzahl an Erkrankungen auslösen kann, sondern auch die Schmerzempfindlichkeit steigert, wie US- Wissenschaftler nun herausgefunden haben. Richtig ausschlafen oder sich bei chronischem Schlafmangel professionelle Hilfe holen, macht demnach nicht nur gesund, sondern hilft auch gegen Schmerzen.

Bei einem Experiment an der Wayne State University in Detroit testeten Studienleiter Timothy Roehrs und seine Kollegen 18 junge Probanden, die alle unter Schlafmangel litten. Die Teilnehmer legten ihren Zeigefinger auf einen Metallkasten, der sich an einer Stelle stark erhitzte. Die Probanden sollten den Finger so lange liegen lassen, bis sie den ersten eindeutigen Schmerz verspürten. Die Zeit wurde gemessen. Anschließend durfte die Hälfte der Probanden lange ausschlafen und der Test wurde wiederholt. Die andere Hälfte schlief genauso kurz wie immer.

"Wir waren überrascht, wie stark sich die Schmerzempfindlichkeit bei den ausgeschlafenen Probanden verringerte", so Roehrs. Sie hätten ihren Finger im Durchschnitt 25 Prozent länger auf der Hitzequelle gelassen als vor dem Ausgleichen ihres Schlafdefizits. Das sei länger als bei einer vorhergehenden Studie, bei der auf die gleiche Weise die Wirkung eines Kodein- haltigen Schmerzmittels getestet worden war. Damals hatte das Kodein die Schmerzschwelle nur um 14 Prozent verringert, wie die Forscher berichten.

13 bis 25 Prozent sind heute chronisch übernächtigt

Zu wenig Schlaf sei ein typisches Problem unserer modernen Gesellschaft, so die Wissenschaftler. Zwischen 13 und 25 Prozent der Menschen gelten heute weltweit als chronisch übernächtigt, da heute viel weniger und kürzer geschlafen wird als früher. "In den 1960er- Jahren dauerte der durchschnittliche Schlaf noch rund acht Stunden pro Nacht", schreiben Roehrs und seine Kollegen. Inzwischen sei diese Ruheperiode auf rund sieben Stunden gesunken.

Eine Studie in den USA ergab zudem, dass 21 Prozent der Bevölkerung sogar nur noch sechs Stunden und weniger schlafen. Das sei für die meisten Menschen viel zu wenig, so die Forscher. "Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig ausreichend Schlaf ist - vor allem für Patienten mit chronischen Schmerzen oder vor einer potenziell schmerzhaften Operation", schreiben die Wissenschaftler. Die Studie wurde im Fachmagazin "SLEEP" veröffentlicht.

mbr
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