Fall einer Ikone

Maradona braucht jetzt auch einen Psychiater

Fußball
30.03.2007 12:08
Der früher kokainsüchtige ehemalige argentinische Fußballstar Diego Maradona leidet nun unter Alkoholproblemen und einer geschädigten Leber. Bei dem 46-Jährigen, der am Mittwoch gegen seinen Willen in ein Krankenhaus in Buenos Aires gebracht wurde, ist eine „mangelnde Funktion der Leber“, eine so genannte chronische Hepatopathie, festgestellt worden, sagten die behandelnden Ärzte. Mittlerweile behandelt den Ex-Star auch ein Psychiater.

Von einer Leber-Zirrhose könne noch nicht die Rede sein, betonte der Sprecher der Klinik, Victor Pezzella, bei einer Pressekonferenz. Maradona ist kein gewohnheitsmäßiger Alkoholiker, leidet aber an einer Vergiftung auf Grund von Exzessen.

Zigarren und Depressionen
Für die „Entgiftung“ würden normalerweise 7 bis 15 Tage veranschlagt. Ob Maradona so lange in der Klinik bleiben wird, ließen die Ärzte jedoch offen. Maradonas Leibarzt Alfredo Cahe hatte zuvor kritisiert, der Weltmeister von 1986 rauche zu viele Kuba-Zigarren, sei wieder leicht übergewichtig und habe Depressionen. Es wurden mittlerweile auch Psychiater zu seiner Behandlung hinzugezogen. Eine Einweisung des Patienten, der unter Beruhigungsmitteln stehend gegen seinen Wunsch ins Krankenhaus gebracht worden war, in eine psychiatrische Anstalt sei jedoch nicht notwendig.

Reihenweise Kokain-Dementis
„Maradonas Leben ist nicht in Gefahr, aber er bleibt erstmal im Krankenhaus", sagte Cahe. „Wir haben ihn hergebracht, um Schlimmeres zu vermeiden.“ Der Schwächeanfall habe nichts mit dem Konsum harter „gefährlicher Drogen“ zu tun, hatte die Leitung der Klinik in Bezug auf Maradonas frühere Kokain-Eskapaden. Cahe sagte, Maradona nehme „absolut kein“ Kokain mehr. Er sei jedoch suchtgefährdet, und Tabak und Alkohol seien ebenfalls ein Problem.

„Er kann nie alleine einen Kaffee trinken“
Cahe betonte, der Rückfall Maradonas sei vor allem eine Folge seiner weltweiten Berühmtheit. „Der Druck ist enorm. Wo immer Maradona auch auftaucht, nie wird er in Ruhe gelassen. Er konnte nie allein spielen oder einen Kaffee trinken. Nie kann er irgendwo in Ruhe in einem Restaurant essen“, sagte der Arzt.

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