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11.03.2008 19:08

Attentäter floh in A 7-Tunnel!

Brandanschläge auf die Staatsanwältin sowie das Auto, das Haus und die Klinik des Psychiatrie-Primars in Salzburg sind geklärt, ungeklärt bleibt der Mordanschlag auf Psychiater Bernhard Lindenbauer (51) in Linz: Der in Salzburg verhaftete Oscar Joe L. (27) war nie Patient der oö. Nervenklinik und hat ein Alibi.

Die Linzer Mordermittler überprüften gestern früh sofort den Salzburger Frühpensionisten, der auch dem Phantombild des Linzer Messerstechers ziemlich ähnlich sieht. Doch auf seinem Foto wurde er vom Opfer nicht erkannt. Und Oscar Joe L. (27) hat auch kein Auto, mit dem er zur Landes-Nervenklinik nach Linz gefahren sein könnte.

Hier hat sich der vermutlich osteuropäische, etwa 30- bis 40-jährige „Killer“ mit seinem „Faustmesser“ offenbar selbst verletzt, als er dem Oberarzt 15 Messerstiche versetzte. Eine Blutspur auf dem Fluchtweg endet beim Wasserdurchlass der Lärmschutzwand des A 7-Tunnels. Dort könnte der Attentäter auf die Betriebsumkehr der Autobahn geschlüpft sein, wo ein Fluchtwagen parken hätte können. Wer sah dort einen schwarzhaarigen Mann mit olivgrüner Mütze und blutbefleckter Kleidung wegfahren (Tel: 0 59 133/40 33 33)?

Lindenbauer verdankt seine Rettung seinen AKH-Kollegen Zehetner, Rehberger, Peschl und Schöffl.

„Der Angriff kam aus heiterem Himmel!“
Seit sechs Tagen liegt Oberarzt Bernhard Lindenbauer (51) aus Leonding nach einem Mordanschlag mit 15 Stichwunden in der Intensivstation des Linzer AKH. Im Interview sagt der dreifache Vater: „Der Angriff kam aus heiterem Himmel.“

Wie geht es Ihnen nach dem brutalen Anschlag?
Ich schlafe viel, bin körperlich noch sehr geschwächt und nicht belastbar. Ich bin am Freitagabend operiert worden, seit Samstag geht es aufwärts. Ich bekomme auch Schmerzmittel und Antibiotika, die ich langsam reduzieren will. Ich hab´ überall Pflaster und habe auch einige Blutkonserven bekommen. Die Stimme ist noch schwach, weil ich intubiert war. Drei der 15 Messerstiche waren ja relativ schwer, die haben mich in Lunge und Bauch getroffen.

Die Bilder so eines Attentats bleiben sicher im Kopf.
An das Ereignis kann ich mich voll erinnern. Ich bin zum Auto gegangen. Als ich die Tür öffnen wollte, ist der Täter hergelaufen und hat sofort zugestochen. Er hat kein einziges Wort gesagt. Ich hab´ versucht, mich ins Haus zu retten, aber er hat mich unmittelbar vor dem Eingang eingeholt. Ich war schon halb im Liegen, da hat der Angreifer plötzlich aufgehört. Und dann sind schon Kollegen von mir gekommen. Ich hab´ so was noch nie erlebt.

Können Sie dieses furchtbare Erlebnis überhaupt schon verkraften?
Ich habe Albträume. Es kommt mir schon immer wieder unter.

Aber eine Erklärung für das Attentat gibt es nicht.
Mir ist das völlig unklar. Ich bin nie, in keinster Weise, bedroht worden. Und hab´ diesen Menschen noch nie zuvor gesehen.

Wie ist momentan Ihre Zukunftsperspektive?
Natürlich will ich wieder fit werden. Dann muss ich mich orientieren, wie es weitergeht. Ich weiß auch nicht, wie ich wieder arbeiten gehen kann, solange der Täter frei herumläuft.

 

Foto: Akh Linz

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