Di, 12. Dezember 2017

An junge Musliminnen

10.11.2017 16:01

Erdogan appelliert: "Heiratet und vermehrt Euch"

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat an Musliminnen appelliert, zu heiraten und Kinder zu bekommen. "Was sagen mein Gott und unser Prophet? Der Befehl ist klar und deutlich: Vermählt euch, heiratet und vermehrt euch", sagte Erdogan am Freitag im Präsidentenpalast in Ankara vor jungen Frauen aus 50 muslimischen Staaten.

"Es ist Pflicht eines Muslims, sich zu vermehren", so Erdogan. Der Staatschef betonte aber zugleich, dass muslimische Frauen nicht notwendigerweise auf die Mutterrolle beschränkt sein sollten: "Natürlich ist die Mutterschaft das größte Geschenk Gottes an die Frauen. Die Mutterschaft zu leugnen heißt, das Schicksal, also die Schöpfung zu leugnen. Aber die muslimische Frau ist nicht nur eine gute Mutter, sondern wenn nötig auch eine bahnbrechende Wissenschafterin, Politikerin, Lehrerin und sogar eine kühne Kriegerin."

Im Frühjahr hatte Erdogan Türken in Europa dazu aufgerufen, ihren Einfluss auszuweiten und mehr Kinder zu zeugen. "Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn ihr seid die Zukunft Europas", hatte er gesagt. Hintergrund war ein Streit vor allem mit Deutschland und den Niederlanden über Auftrittsverbote für türkische Regierungsvertreter.

Erdogan demnächst zu heiklem Besuch in Griechenland
Der türkische Präsident wird demnächst zu einem heiklen bilateralen Besuch in Griechenland erwartet. Umstrittene Themen sind dabei die nach wie vor ungelöste Zypern-Frage sowie die Forderung Ankaras nach Auslieferung türkischer Militärs, die in Athen Asyl beantragt haben. Für Erdogan handelt es sich um Putschisten, die sich im Sommer 2016 nach Griechenland abgesetzt hätten.

Das schwierige Verhältnis zwischen den NATO-Partnern Türkei und Griechenland sorgt seit Jahrzehnten im östlichen Mittelmeer für Verunsicherung. Schon lange streiten Athen und Ankara um Hoheitsrechte in der Ägäis, für zusätzlichen Zündstoff sorgt der ungelöste Konflikt um das geteilte Zypern. Mehrmals standen Griechenland und die Türkei in den vergangenen Jahrzehnten an der Schwelle eines Krieges.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden