Fr, 24. November 2017

Drama im Mittelmeer

07.11.2017 18:12

26 Flüchtlingsfrauen tot - Schlepper festgenommen

In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer wieder angestiegen: Mehr als 30 Leichen wurden geborgen, knapp 2000 Menschen wurden gerettet und nach Italien gebracht. Nach dem besonders schockierenden Fund von 26 Frauenleichen an Bord eines spanischen Schiffes, das insgesamt 375 Flüchtlinge nach Italien bringen wollte, sind jetzt zwei Schlepper festgenommen worden. Das Leben der jungen Frauen fand wohl am Weg in die Prostitution in Europa ein jähes Ende.

Ermittlungen zu den 26 toten Frauen, deren Leichen am Sonntag an Bord eines Schiffes in Süditalien eingetroffen waren, haben am Montag zur Festnahme von zwei mutmaßlichen Schleppern geführt. Dabei handelt es sich um einen Libyer und einen Ägypter, teilte die Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Salerno mit.

Bei den Opfern handelt es sich um Nigerianerinnen, die meisten von ihnen seien Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, teilten die Behörden mit. Die italienischen Staatsanwälte wollen nun herausfinden, ob die jungen Frauen Opfer sexueller Gewalt geworden seien. Nicht ausgeschlossen wird, dass sie Schlepper zur Prostitution in Italien zwingen wollten.

Die italienische Justiz ermittelt gegen nigerianische Organisationen die junge Frauen mit Flüchtlingsbooten nach Süditalien schleppen und zur Prostitution zwingen. Die Nigerianerinnen aus ärmlichen Verhältnissen werden durch Voodoo-Rituale gefügig gemacht, heißt es in Ermittlerkreisen. Die Frauen sollen in Italien auf den Straßen als Prostituierte ausgenutzt werden.

Heuer schon fast 3000 Tote im Mittelmeer
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind 2017 bereits 2925 Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht über das Mittelmeer umgekommen. IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo sagte am Dienstag in Genf, fast 2600 Gerettete, 34 Tote und 50 Vermisste seien "das Ergebnis einer der härtesten Wochen, die die Rettungskräfte auf der zentralen Mittelmeer-Route in den vergangenen vier Monaten bis Montag erlebt haben".

Nachdem im Mai und Juni jeweils mehr als 20.000 Menschen im Mittelmeer gerettet wurden, war die Zahl der Migranten, die die Flucht über das Mittelmeer wagten, in den Folgemonaten drastisch zurückgegangen. Das wird auch darauf zurückgeführt, dass die italienische Marine Libyen im Kampf gegen den Menschenhandel bei der Überwachung der Territorialgewässer hilft. Zahlreiche Migranten werden nun bereits innerhalb der 12-Meilen-Zone aufgegriffen und zurück in das Bürgerkriegsland gebracht.

Bis Anfang November erreichten 154.000 Migranten Europa, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 337.000. Der Großteil der Flüchtlinge geht weiterhin in Italien an Land, ein Viertel verteilt sich auf Griechenland, Zypern und Spanien.

 krone.at
Redaktion
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