So, 19. November 2017

8 Fragen zu #metoo

08.11.2017 06:00

Sex-Terror als Macht-Demo: Täter meistens Chefs

Sexuelle Belästigung wird derzeit unter dem Titel #metoo nicht nur im Internet diskutiert. Auch das Frauenbüro der Arbeiterkammer OÖ erhält dadurch mehr Anfragen. Im Vorjahr wurden dazu 1200 Beratungen durchgeführt, es gab jedoch nur 13 Klagen. Oft soll der Sex-Terror Macht zeigen. Die Palette der Belästigung ist vielfältig, wie die 8 Fragen an die AK zeigen...

Wie viele Beratungen gab es im Vorjahr beim Frauenbüro? Etwa 1200 Beratungen zu Geschlechterdiskriminierung, es wurden rund 39.000 Euro erstritten.

Wer sind die Täter? Meistens sind es die Chefs: Sexuelle Belästigung zwischen hierarchisch Gleichgestellten ist selten, meistens wollen Vorgesetzte damit ihre Macht demonstrieren.

Was ist Sex-Belästigung? Anzügliche Bilder am PC, mit "Schatzi" anreden oder in den Ausschnitt starren - die Palette ist vielfältig.

Wie hilft die AK? Bei der Beratung durch eine Juristin werden die Möglichkeiten durchgesprochen. Zuerst wird beim Arbeitgeber interveniert, meist schriftlich. Ein Vergleich ist das Ziel, ist er nicht möglich, so bleibt nur der Gang vors Arbeitsgericht oder zur Gleichbehandlungskommission.

Wer entscheidet, was dann passiert? Das Frauenbüro kann nur aufklären, entscheiden muss das Opfer selbst. Geht es um strafrechtlich relevante Vorwürfe, wird ans autonome Frauenzentrum oder das Gewaltschutzzentrum verwiesen.

Wieviele Klagen gab es 2016? Im Vorjahr gab es nur 13 Klagsakte zum Thema Geschlechterdiskriminierung. Betroffene wägen sehr genau ab, ob sie sich wirklich einem Gerichtsverfahren stellen wollen.

Wieviel Schadenersatz gibt es? Der Mindestschadenersatz sind 1000 Euro.
Was kommt bei Klagen heraus? Das Resultat ist ganz unterschiedlich, vor allem, weil meist Aussage gegen Aussage steht.

Gibt es durch die #metoo-Diskussion mehr Anfragen?
Das Frauenbüro verzeichnet einen Anstieg.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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