Mi, 18. Oktober 2017

Betriebsseelsorge

22.09.2017 15:46

Mobbing kann jeden treffen

Hundert Anrufer pro Jahr schildern beim Mobbingtelefon der Betriebsseelsorge OÖ ihre Probleme: Laut Statistik sind bundesweit 7,2 Prozent der Arbeitnehmer betroffen. Besonders oft erwischt es Menschen in den ersten und letzten Berufsjahren. Das Mobbingtelefon in der katholischen Kirche gibt es seit 14 Jahren.

"Heute müssen zwei das leisten, was früher drei gemacht haben - und das für weniger Geld." Solche Sätze bekommt Betriebsseelsorger Karl-Heinz Hellinger, Mobbing-Beauftragter der Diözese Linz, des öfteren zu hören: "Die Menschen erleben eine massive Verdichtung der Erwerbsarbeit, denn Gewinn maximieren steht an oberster Stelle."

Wirtschaftlicher Druck
Der wirtschaftliche Druck macht sich oftmals als Mobbing am Arbeitsplatz bemerkbar, 7,2 Prozent der Arbeitnehmer sind bundesweit davon betroffen. Das Mobbingtelefon   ist jeden Montag von 17 bis 20 Uhr mit Berater besetzt, pro Jahr melden sich dort hundert Anrufer. Die Nummer lautet: 0 732/76 10/36 10.

Tiefe Verunsicherung
"Mobbing bewirkt eine tiefe Verunsicherung, die Betroffenen ziehen sich immer mehr zurück. Unser Appell lautet: Holen Sie sich rechtzeitig Unterstützung, wenn Sie sich systematisch isoliert und ausgegrenzt fühlen. Aussitzen funktioniert nicht", sagt Anna Wall-Strasser, die Leiterin der Betriebsseelsorge.

Arbeit ist "Platzanweiser"
Diözesanbischof Manfred Scheuer meint: "Arbeit ist ein ,Platzanweiser‘ in der Gesellschaft, stiftet Lebensinn. Mobbing verletzt die Menschenwürde massiv." Scheuer rät, zuallererst den Betroffenen zu zuhören und Trost zu geben, sie damit zu stärken: "Ziel muss sein, menschenwürdige, gute Arbeit zu gestalten."


Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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