Mi, 22. November 2017

Stärke X9,3

06.09.2017 21:56

Heftigste Sonneneruption seit elf Jahren gemessen

Die Sonde "Solar Dynamics Observatory" (SDO) hat am Mittwoch die Aufnahmen einer Sonneneruption der Kategorie X - der stärksten Ausbruchskategorie - aufgenommen und zur Erde gefunkt. Die Eruption hat möglicherweise einen Sonnensturm erzeugt, der Polarlichter bis zum Mittelmeer erzeugen könnte. Die NASA berichtete von Störungen im Funkverkehr auf der der Sonne zugewandten Seite der Erde.

Um 14.02 Uhr MESZ registrierte SDO einen Ausbruch ("Flare") der Stärke X9,3 - den stärksten seit elf Jahren. Eine solche Eruption (CME) kann Störungen an einzelnen Satelliten verursachen sowie zu zeitweisen Ausfällen bei Kommunikations- oder GPS-Systemen führen. Das Space Weather Prediction Centre (SWPC) der US-Raumfahrtbehörde NASA bestätigte, dass Hochfrequenz-Kommunikation betroffen sein könnte. Hinzu kommt, dass das Magnetfeld der Erde bereits durch die Sonnenstürme der vergangenen Tage geschwächt ist, was die Entstehung von Polarlichtern begünstigt. Die US-Ozeanografie- und Wetterbehörde NOAA erwartet, dass die Eruption am Freitag die Erde erreicht.

Ein koronaler Massenauswurf (englisch coronal mass ejection, kurz CME) ist eine Sonneneruption, bei der Plasma ausgestoßen wird, das hauptsächlich aus Elektronen, Protonen sowie in Spuren aus Kernen schwererer Elemente wie Helium, Sauerstoff und Eisen besteht. Die fünf Klassifizierungsgruppen eines "Flares" tragen die Bezeichnungen A, B, C, M und X, wobei jede Gruppe eine Messskala von 1,0 bis 9,9 besitzt. Erreicht ein Messwert 10, wird die Eruption der nächsthöheren Klasse zugeordnet. Die einzige Ausnahme bildet die Klasse X, die nach oben offen ist.

Seit mehr als sieben Jahren im Weltall
Das Anfang Februar 2010 gestartete "Solar Dynamics Observatory" kreist in 34.600 Kilometern Höhe auf einer geosynchronen Umlaufbahn, die es ihm erlaubt, unser Zentralgestirn kontinuierlich zu beobachten. Rund ein Terabyte an Informationen sammelt das SDO Tag für Tag und funkt sie zur Erde. Die Astronomen interessieren sich dabei vor allem für die Frage, wie das Magnetfeld unseres Zentralgestirns den Rest unseres Sonnensystems - und damit auch die Erde - beeinflusst.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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