Mi, 13. Dezember 2017

Faszinierendes Video

09.02.2017 14:24

ISS-Astronaut filmte aus dem All "Blaue Kobolde"

Faszinierende Aufnahmen von sogenannten "Blauen Kobolden" (auch als Blue Jets oder Blue Sprites bezeichnet) sind dem dänischen Astronauten Andreas Mogensen während seines Aufenthaltes auf der Internationalen Raumstation ISS gelungen. Mithilfe einer besonders sensiblen Kamera filmte er die blauen Blitze, die bei Gewittern nach oben aus der Wolkendecke ausschlagen.

Die Bilder der Sprites, die Jahrzehnte lang als Spinnerei von Piloten abgetan wurden, gelangen Mogensen im September 2015, als die ISS gerade Indien überflog, die ESA hat sie jedoch erst jetzt veröffentlicht. Sie zeigen, wie sich die bläulichen Blitze in der Stratosphäre, in rund 18 Kilometern Höhe über gewaltigen Gewitterwolken, entladen. "Es passiert nicht jeden Tag, dass man ein neues Wetterphänomen auf Film einfangen kann, deshalb bin ich sehr froh über das Ergebnis - aber vor allem, weil Forscher diese faszinierenden Gewitter bald genauer untersuchen können", wird der Däne auf der ESA-Website zitiert.

Phänomen von der Erde aus nicht sichtbar
Weil dieses Phänomen vom Boden aus praktisch nicht beobachtbar ist, wurden die Blue Sprites (zu Deutsch auch Blaue Strahlen oder Blaue Kobolde) - Blitze, die sich bei Gewittern oberhalb der Wolken entladen und so flüchtig wie Geistererscheinungen sind - erst nach dem Beginn der Luftfahrt entdeckt.

Neben den Blauen Kobolden gibt es auch die Roten Kobolde (Red Sprites) und die sogenannten Elfen (Elves), so die Forscher. Man habe schon seit Längerem versucht, das Phänomen mithilfe von Satelliten zu dokumentieren, heißt es von Seiten der ESA. Sie hätten allerdings keinen guten Winkel gehabt, um entsprechende Daten sammeln zu können. Warum und wie diese Leuchterscheinungen entstehen, was genau in ihnen vorgeht und was ihre Form bestimmt, ist bis dato noch ungeklärt.

"Kobolde" wurden erstmals 1989 fotografiert
Sprites entstehen im Zusammenhang mit heftigen Gewittern. Mit einem starken Wolke-Boden-Blitz werden zeitgleich Luftmoleküle über den Gewitterwolken bis zum Leuchten angeregt. Weil sie von den Wolken verdeckt werden, sind sie von der Erde aus nicht zu sehen. Nur wenn man sich weit genug vom Gewitter entfernt befindet, kann man sie am Himmel als Lichtfontänen, die kurz aufleuchten, beobachten. Erst seit 1989, als sie erstmals fotografiert wurden, weiß man sicher von ihrer Existenz.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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