Di, 21. November 2017

Drama geschildert

15.12.2016 11:21

„Bub tot“: Todtraurige Santa-Geschichte erfunden?

Diese herzzerreißende Story war Anfang der Woche um die Welt gegangen: Ein fünfjähriger Bub starb in den Armen eines Santa-Claus-Darstellers, nachdem er sich gewünscht hatte, einmal den Weihnachtsmann zu treffen. Jetzt mehren sich allerdings Zweifel: Hat der Mann, der die todtraurigen Szenen zahlreichen Medien geschildert hatte (siehe auch Video), die Geschichte nur erfunden?

Eric Schmitt-Matzen, ein professioneller Santa-Claus-Darsteller aus dem US-Bundesstaat Tennessee, hatte teilweise unter Tränen erzählt, wie er von einer Krankenschwester ins örtliche Krankenhaus gerufen worden war, um ein sterbendes Kind zu besuchen. Und wie dieses Kind dann tatsächlich in seinen Armen gestorben sei. Zahlreiche Medien rund um die Welt hatten die berührende Geschichte weitererzählt - auch wir. Doch nun stellt sich die Frage: Ist sie gar nicht wahr?

Der "Knoxville News Sentinel", der die Story ursprünglich gebracht hatte, zog sie inzwischen zurück und erklärte: "Seit der Veröffentlichung haben wir versucht, Schmitt-Matzens Aussagen zu überprüfen, aber dies ist uns nicht gelungen." Der 60-Jährige habe sich geweigert, den Namen des Kindes oder seiner Eltern zu nennen - angeblich um deren Privatsphäre zu schützen.

Doch weder das Krankenhaus noch der Name der Krankenschwester, die Schmitt-Matzen angeblich angerufen hat, konnten bisher herausgefunden werden - nicht einmal der Tag, an dem das Drama passiert sein soll. Der 60-Jährige habe nur von "vor ungefähr einem Monat" gesprochen. Sogar die Nachrichtenagentur AP und der Sender CNN seien an dem Vorhaben gescheitert, herauszufinden, wann sich die Geschichte abgespielt haben soll.

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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