Fr, 20. Oktober 2017

Desaster verhindert

01.10.2016 08:12

Peres hielt Netanyahu von Angriff auf Iran ab

Israels am Mittwoch verstorbener Altpräsident Shimon Peres hat laut einem Zeitungsbericht wohl einen Flächenbrand in Nahost mit unabsehbaren Auswirkungen auf die ganze Welt verhindert. Laut der "Jerusalem Post" habe Peres laut eigenen Angaben Regierungschef Benjamin Netanyahu von einem Luftangriff auf die iranischen Atomanlagen abgehalten. Die Zeitung veröffentlichte am Tag der Beerdigung von Peres den brisanten Inhalt eines vor zwei Jahren stattgefundenen Gesprächs zwischen dem Friedensnobelpreisträger und zwei Journalisten.

David Linde, damals Chefredakteur der "Jerusalem Post", und Redaktionsleiter David Brinn hatten Peres am 24. August 2014 in dessen Peace Center in Jaffa getroffen, hieß es in dem Bericht am Freitag. Peres hatte damals gerade seine Amtszeit als Staatschef beendet und sagte auf die Frage nach der größten Errungenschaft der sieben Jahre seiner Präsidentschaft: "Ich habe Netanyahu davon abgehalten, den Iran anzugreifen."

"Ich habe Netanyahu gestoppt"
Peres habe keine Einzelheiten nennen wollen, aber gesagt: "Netanyahu wollte einen Angriff anordnen und ich habe ihn gestoppt. Ich habe ihm gesagt, dass die Konsequenzen katastrophal wären." Auf die Frage, ob man dies veröffentlichen dürfe, habe Peres mit einem Lächeln gesagt: "Wenn ich tot bin." Dazu schrieb Linde am Freitag: "Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, ob ich dies veröffentlichten soll, und bin zu dem Schluss gelangt, dass er es uns nicht erzählt hätte, wenn er es nicht gewollt hätte."

Israel sieht sich existenziell bedroht
Israel sieht sich durch das iranische Atomprogramm in seiner Existenz bedroht, die israelische Führung hatte mehrmals indirekt mit einer präventiven Attacke gedroht. Tatsächlich hätte ein Angriff auf Irans Atomanlagen zweifelsohne einen Flächenbrand im Nahen Osten mit dramatischen, weltweiten Auswirkungen zur Folge gehabt. Netanyahu gilt als schärfster Gegner des internationalen Atomabkommens mit dem Iran, das im Juli des Vorjahres in Wien geschlossen wurde.

Iran hält sich laut IAEO an Atom-Deal
In dem mehr als 100-seitigen Abkommen akzeptierte der Iran wesentliche Beschränkungen seines Atomprogramms, das laut Ansicht westlicher Geheimdienste als Vorbereitung für die Entwicklung von Nuklearwaffen gedient hatte. Auch muss der Iran Inspektionen seiner Atomanlagen zulassen. Daran hält sich das Regime in Teheran laut der Internationalen Atombehörde IAEO auch. Die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran wurden deshalb aufgehoben.

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