Di, 21. November 2017

Senken Sterberisiko

02.08.2016 16:27

Studie: Pflanzliche Eiweiße gesünder als tierische

Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß. In zwei Langzeitstudien haben Forscher um Mingyang Song von der Harvard Medical School in Boston (Massachusetts) herausgefunden, dass die Aufnahme von tierischen Proteinen mit einem höheren Sterberisiko verbunden als die von pflanzlichen Proteinen. Wer sich gesund ernähren möchte, solle also darauf achten, eher pflanzliche Eiweiße zu sich zu nehmen, so die Wissenschaftler.

Frühere Untersuchungen hätten bereits gezeigt, dass es gesund sei, Kohlenhydrate durch Proteine zu ersetzen, heißt es in einer Mitteilung der Harvard Medical School. Im Hinblick auf seine Studie ergänzte Song: "Die einzelnen Lebensmittel, die Menschen zu sich nehmen, um an Proteine zu gelangen, sind ebenso wichtig." In der Studie waren die wichtigsten Quellen für tierisches Eiweiß verarbeitetes und unverarbeitetes Rinder- und Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Milchprodukte, Fisch und Eier. Pflanzliches Eiweiß stammte vor allem aus Brot, Getreide, Nudeln, Nüssen, Bohnen und Hülsenfrüchten.

Die Forscher nutzten die Daten von zwei Langzeitstudien, die die Gesundheit und die Ernährungsgewohnheiten von Berufstätigen im Gesundheitssektor aufzeichneten. Sie werteten die Datensätze von 85.013 Frauen und 46.329 Männern aus. Für die Frauen waren Daten von 1980 bis 2012 verfügbar, für die Männer von 1986 bis 2012. Die Probanden berichteten per Fragebogen alle zwei Jahre über ihren Lebensstil und ihre Gesundheit und alle vier Jahre detailliert über die Lebensmittel, die sie durchschnittlich zu sich nahmen.

Zusammenhang mit Sterberisiko gefunden
Während der Langzeitstudien starben 36.115 der Teilnehmer, 8.851 durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 13.159 durch Krebs und 14 105 durch andere Ursachen. Die Forscher setzten die Ernährungsdaten in Bezug zu den Todesursachen und fanden einen Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Menge an tierischem Protein und dem Sterberisiko. Bei Übergewichtigen und denen, die viel Alkohol tranken, war der Zusammenhang besonders ausgeprägt, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Jama Internal Medicine".

Das Team errechnete auch, wie sich Zu- und Abnahme von tierischen und pflanzlichen Proteinen in der Ernährung auf das Sterberisiko auswirkt. Nach der Bereinigung der Risikofaktoren aus Lebensstil (Zigaretten, Alkohol, Übergewicht, Bewegung) und Ernährung ergab sich für den Studienzeitraum: Wenn der Anteil an tierischem Protein um zehn Prozent im Verhältnis zur gesamten Kalorienaufnahme zunimmt, erhöht sich das Sterberisiko allgemein um zwei Prozent, das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, sogar um acht Prozent. Im Gegensatz dazu sinkt das Sterberisiko um zehn Prozent, wenn drei Prozent mehr pflanzliches Protein in der Nahrung enthalten sind.

Forscher empfehlen, mehr pflanzliche Eiweiße zu essen
Noch deutlicher sind die Zahlen, wenn ein Teil der aufgenommenen tierischen Proteine auf pflanzliche ersetzt werden. Dabei lohnte sich insbesondere die Nahrungsumstellung von verarbeitetem Rinder-und Schweinefleisch (zum Beispiel Würstchen) und Ei auf pflanzliche Proteine. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Leute in Betracht ziehen sollten, mehr pflanzliche Proteine zu essen, und wenn sie unter den Quellen für tierisches Protein auswählen, sind Fisch und Huhn sicherlich die bessere Wahl", hob Song hervor.

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