So, 19. November 2017

Neue Studie zeigt:

12.07.2016 11:06

Daumenlutschen härtet offenbar gegen Allergien ab

Daumenlutschen und Nägelbeißen zählen nicht zu den Angewohnheiten, die Eltern gerne bei ihren Kindern sehen. Möglicherweise stärken sie aber die Gesundheit der Sprösslinge: Darauf deuten die Ergebnisse einer Langzeitstudie neuseeländischer Wissenschaftler hin, die zeigen, dass Daumenlutscher und Nägelkauer deutlich besser gegen Allergien abgehärtet sind als Menschen, die sich solche Angewohnheiten im Kindesalter verkneifen.

Die Befunde unterstützen nach Auffassung der Forscher die Theorie, dass Menschen, die in jungem Alter mikrobiologischen Organismen ausgesetzt sind, stärker gegen Allergien resistent sind. Solche Organismen können durch Daumenlutschen und das Knabbern an den Nägeln verstärkt in den kindlichen Körper gelangen, heißt es in der Studie, die im US-Fachblatt "Pediatrics" veröffentlicht wurde.

Forscher untersuchten mehr als 1000 Kinder
Von mehr als 1000 untersuchten 13-Jährigen, die als kleine Kinder weder Nägel bissen noch Daumen lutschten, hatten 49 Prozent mindestens eine Allergie entwickelt. Von den Untersuchten, die früher entweder Daumen lutschten oder Nägel kauten, waren es nur 38 Prozent. Von denen, die als Kind beide Angewohnheiten pflegten, waren sogar nur 31 Prozent allergisch.

"Dies legt nahe, dass Mikroben-Kontakte im Kindesalter das Allergierisiko verringern", sagte der Hauptautor der Studie, Bob Hancox von der neuseeländischen Universität Otago. Der Wissenschaftler betonte zugleich die beschränkte Aussagekraft der Studie: Die Allergien seien lediglich bei Hauttests festgestellt worden. Bei Allergien wie etwa Heuschnupfen, deren Symptome nicht auf Hautreaktionen beschränkt seien, lasse sich kein Unterschied zwischen den untersuchten Gruppen feststellen.

Tatsächlicher gesundheitlicher Nutzen unklar
"Wir regen keineswegs an, dass Kinder zu diesen Angewohnheiten ermuntert werden, weil der tatsächliche gesundheitliche Nutzen unklar ist", heißt es in der Studie. Für die Erhebung hatten die Forscher 1037 Kinder im Alter von fünf, sieben, neun und elf Jahren auf Angewohnheiten wie Nägelbeißens oder Daumenlutschen untersucht. Mit 13 Jahren wurden sie dann Allergietests unterzogen, mit 32 Jahren zur Überprüfung dann noch einmal.

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