Fr, 25. Mai 2018

Missbrauchsvorwurf

21.04.2016 22:45

Perverse Pfänderspiele: Senioren auf Anklagebank

Die eine schaut ein bissl aus wie Miss Marple. Auch ihre Mitangeklagten - alle drei sind Pensionisten Mitte 60 - wirken, mit Verlaub, eher bieder. Doch laut Anklage haben die drei Senioren noch eine ganz andere Seite. "Sie haben jahrelang mit einer geistig behinderten Frau perverse Sexorgien gefeiert", so der Staatsanwalt.

So eine Verhandlung findet am Klagenfurter Landesgericht auch nicht alle Tage statt: Drei Kärntner Pensionisten sind wegen sexuellen Missbrauchs an einer wehrlosen Person angeklagt. Es geht zum Glück nicht um ein Kind, aber um eine 39-jährige beeinträchtigte und besachwaltete Frau, die von dem Trio jahrelang schamlos ausgenutzt worden sein soll. "Sie konnte nicht lesen und schreiben und war schon sehr langsam", gibt der angeklagte Mann zu. Als Experte - er arbeitete ehrenamtlich für eine Behinderteneinrichtung und in der Telefonseelsorge - hätte ihm das Grenzen setzen sollen, sich seiner Bekannten sexuell zu nähern. Hat es aber nicht, wie zahlreiche Handyfotos beweisen.

Und zwei Frauen sollen auch munter mitgemischt haben. "Sie haben gemeinsam abartige Fantasien ausgelebt, richtige Sexorgien gefeiert", schnaubt Staatsanwalt Marcus Pacher angewidert. "Wir haben bloß Pfänderspiele gespielt, bei denen wir uns ausziehen mussten", flüstert eine der Angeklagten peinlich berührt. Was unter gleichberechtigten Erwachsenen natürlich nicht strafbar ist - wohl aber, wenn eine Beteiligte geistig behindert ist und in eine Sklavenrolle gedrängt wird. Für ein weiteres Gutachten wurde vertagt.

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