Fr, 17. November 2017

Missiles abgefeuert

09.03.2016 16:55

Iran provoziert Westen erneut mit Raketentests

Trotz Warnungen der USA hat der Iran am Mittwoch erneut zwei ballistische Raketen abgefeuert. Es habe sich um Langstreckengeschosse gehandelt, berichteten amtliche Medien unter Berufung auf den stellvertretenden Kommandanten der Revolutionsgarden, General Hossein Salami. Sie hätten Ziele in rund 1400 Kilometern Entfernung getroffen und zerstört.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Revolutionsgarden, Irans Elitearmee, nach offiziellen Angaben Kurz-, Mittel- und Langstreckenraketen getestet, um das "Abschreckungspotenzial" des Landes vorzuführen. Die Truppen sind dem geistlichen Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, zugeordnet. Eine UN-Resolution verbietet Teheran den Einsatz ballistischer Raketen.

Bis zu 2000 Kilometer Reichweite
Mit einer Reichweite der Raketen von bis zu 2000 Kilometern seien die Revolutionsgarden in der Lage, Irans Erzfeind Israel zu treffen, sagte General Amir Ali Hajizadeh. Das "zionistische Regime" werde aber ohnehin untergehen, der Hauptgegner seines Landes seien die USA.

Nach Angaben der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim stand auf den Raketen in Anlehnung an ein Zitat von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini auf hebräisch der Schriftzug: "Israel muss von der Erdoberfläche getilgt werden." Auf Fotos der Raketen in iranischen Medien war aber keine Aufschrift sichtbar.

US-Vizepräsident Joe Biden erklärte während eines Besuchs in Israel und den Palästinensergebieten, Washington werde handeln, falls sich die Berichte über die Raketentests bestätigten sollten. Zudem mahnte er Teheran zur Einhaltung des Atomabkommens.

Deutsche Regierung zeigt sich besorgt
Auch die deutsche Regierung reagierte besorgt. "Wenn es zutreffen sollte, was da berichtet wird, dann ist das natürlich inakzeptabel und wäre ein Beleg dafür, dass jedenfalls bestimmte Kreise im Iran ihre Politik einer inakzeptablen Rhetorik gegenüber dem Staat Israel fortzusetzen trachten", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer.

Mitte Jänner waren nach dem Inkrafttreten eines im Juli abgeschlossenen internationalen Atomabkommens die meisten Handels- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. Die Vereinbarung zielt darauf ab, den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern.

Umgehend nach der Aufhebung der Strafmaßnahmen im Jänner verhängten die USA allerdings neue Sanktionen wegen des iranischen Raketenprogramms. Teheran bezeichnete diese als "unberechtigt", weil das Programm keine atomaren Ziele verfolge.

Absage von Rohani-Besuch gefordert
Die irankritische Plattform "Stop the Bomb" forderte von Bundespräsident Heinz Fischer die "sofortige Ausladung" des iranischen Präsident Hassan Rohani. In einer Aussendung verwies man auf die Raketentests, "die gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen und laut iranischen Angaben die Botschaft 'Israel muss vernichtet werden' trugen." Ein Österreich-Besuch Rohanis ist für Ende März angekündigt.

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