Fr, 19. Jänner 2018

Ansturm am Christtag

26.12.2015 08:57

Italien: Küstenwache rettete Hunderte Flüchtlinge

Die italienische Küstenwache hat am ersten Weihnachttag 751 Bootsflüchtlinge gerettet. Sie seien am Freitag bei sechs verschiedenen Operationen im Mittelmeer geborgen worden, teilte sie auf Twitter mit. Insgesamt wurden damit nach Zahlen der Küstenwache seit Anfang der Woche mehr als 2100 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer zwischen Nordafrika und Italien in Sicherheit gebracht.

Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wurden allein vom Küstenwachenschiff Corsi in Reggio Calabria an der Fußspitze des italienischen Stiefels 371 Flüchtlinge an Land gebracht. Unter ihnen waren 312 Männer und 59 Frauen, aber keine Kinder. Einige litten an Krätze. Der größte Teil stammte aus zentralafrikanischen Ländern, etwa Nigeria, dem Kongo, Kamerun oder Somalia.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom Dienstag haben in diesem Jahr 150.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg Italien erreicht. Das ist ein Rückgang gegenüber 2014 (170.000). Der Großteil der Schutzsuchenden, die in diesem Jahr nach Europa kamen, wählte die Route durch die Ägäis nach Griechenland. Seit Jahresbeginn waren dies mehr als 800.000 Menschen.

Zustrom hält auch in Griechenland an
Und der Zustrom hält weiter an. Am ersten Weihnachtstag kamen im Hafen von Piräus nahe der griechischen Hauptstadt Athen rund 1700 Migranten an. Seit Montag erreichten 12.000 Schutzsuchende Piräus, wie die Küstenwache mitteilte. Fast alle Flüchtlinge waren zuvor von der Türkei auf die griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos übergesetzt.

Viele afrikanische Flüchtlinge versuchen indes, auf anderem Wege in die Europäische Union zu gelangen - zum Beispiel durch einen Übertritt in die in Nordafrika liegenden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla. In der Nacht auf Freitag gelang dies rund 185 Afrikanern von Marokko aus. Zwei Flüchtlinge kamen bei dem Massenansturm auf die Grenzanlagen ums Leben. Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtete, waren an der Aktion - eine der größten seit mehreren Monaten - mehr als 250 Afrikaner beteiligt.

Polizei nahm 104 Migranten fest
Die marokkanische Polizei nahm nach Angaben der Behörden des nordafrikanischen Landes 104 Migranten fest und hinderte sie damit daran, sich an der Aktion zu beteiligen. Die spanischen Sicherheitskräfte wiesen darauf hin, dass die Flüchtlinge ungewöhnlich gewaltsam gegen die Grenzbeamten auf beiden Seiten der Grenze vorgegangen seien.

Ein Teil der Flüchtlinge war von marokkanischem Gebiet aus über die Grenzzäune geklettert. Ein anderer Teil schwamm im Meer um die Grenzbefestigungen herum. Dabei ertranken zwei auf marokkanischer Seite. Die zu Spanien gehörende Stadt Ceuta in Nordafrika hat 85.000 Einwohner und liegt an der Meerenge von Gibraltar.

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